Voerde: Kein Kita-Beitrag für Geschwisterkinder

Voerde: Kein Kita-Beitrag für Geschwisterkinder

Voerder Jugendhilfeausschuss lehnt die von der Verwaltung angeregte Einführung eines Satzes von 25 Prozent ab. Hingegen soll es künftig eine neue Einkommensgruppe für Eltern geben, die mehr als 84.000 Euro im Jahr verdienen.

Einige junge Mutter nahmen gestern an der Sitzung des Jugendhilfeausschusses als Zuhörerinnen teil. Die Sorge, dass die Elternbeiträge für die Kindergärten in Voerde erhöht werden, hatte sie dazu veranlasst, die Sitzung im Rathaus zu besuchen und dort auch den Ausschussmitgliedern von ihren Befürchtungen zu berichten. Eine Mutter von Zwillingen sprach es freimütig aus, dass sie nicht wisse, ob sie sich den Kindergarten für ihren Nachwuchs überhaupt noch leisten könne, wenn die bisher geltende Beitragsbefreiung für das Geschwisterkind abgeschafft wird.

Um die Finanzsituation der Kommune zu verbessern, hat die Verwaltung vorgeschlagen, für ein Geschwisterkind künftig einen Beitragssatz von 25 Prozent zu erheben, für das erste Kind wird der volle Satz fällig. Außerdem soll eine achte Einkommensgruppe eingeführt werden. Diese ist für Eltern mit einem Jahreseinkommen von über 84.000 Euro vorgesehen. Bürgermeister Dirk Haarmann sagte, dass es ihm am liebsten wäre, wenn auf Grundlage einer landeseinheitlichen Regelung gar keine Kindergartenbeiträge erhoben werden müssten, wenn also der Kita-Besuch ebenso wie der Schulbesuch kostenfrei wäre. Voerde könne die Beitragsfreiheit aufgrund der Haushaltssituation allerdings nicht umsetzen. Die Einführung des Beitragssatzes von 25 Prozent für ein Geschwisterkind (alle weiteren sollen beitragsfrei bleiben) liege an der untersten Schwelle, so der Verwaltungschef weiter.

Die Ausschussmitglieder konnten sich mit der Einführung des Geschwisterkinder-Betrags allerdings nicht anfreunden und lehnten ihn deshalb ab, die Sozialdemokraten enthielten sich allerdings der Stimme. Angenommen wurde hingegend der Vorschlag, die achte Einkommengruppe einzuführen.

Das Jugendzentrum Stockumer Schule hat sich in der Flüchtlingshilfe stark engagiert und befindet sich auch sonst auf einem guten Weg. Dies wurde vom Ausschuss damit belohnt, dass die geplante Kürzung des städtischen Zuschusses für die Jugendeinrichtung um rund 10.000 Euro jährlich, wie es das Haushaltssicherungskonzept 2016 bis 2021 vorsieht, nicht mitgetragen wurde. Einstimmig lehnte das Gremium die Streichung ab.

Ein Vorstandsmitglied des Trägervereins der Stockumer Schule legte dar, dass beim Wegfall von rund 10.000 Euro das Jugendzentrum einen Teil seiner Arbeit einstellen müsste. Die positive Entwicklung der Einrichtung an der Schafstege wollten die Ausschussmitglieder nicht durch diese Etatkürzung gefährden. Gabi Rohr von den Grünen vertrat die Ansicht, dass nach Umsetzung der vorgeschlagenen Kürzung etwas in der Arbeit der Jugendeinrichtung wegbrechen würde. Das hätte gravierende Folgen - und diese abzumildern, da war sich Gabi Rohr sicher, würde wesentlich höhere Kosten verursachen, als an Einsparungen zu erzielen sei.

(RP)