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Karnevalisten von Grün-Weiß Walsum sagen ihre Sitzungen ab

Karnevalisten gehen kein Risiko ein : Bei den Narren führt Corona Regie

Die Karnevalisten von Grün-Weiß Walsum geben sich bei der Planung der kommenden Session dem Virus geschlagen. Absage von Sitzungen und Prinzenproklamation.

Nun zieht auch die Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß Walsum die Reißleine und sagt alle Veranstaltungen in der Walsumer Stadthalle für die nächste Session ab. Neben der im kommenden November geplanten Prinzenproklamation sind auch alle sieben Sitzungen im Februar des nächsten Jahres betroffen. Bis zum 30. September hatte der Vorstand der Narren auf eine offizielle Ansage von der Stadt Duisburg und dem Land gewartet, ob und unter welchen Bedingungen im kommenden Jahr Brauchtumsveranstaltungen durchgeführt werden können. Die bisherigen Erkenntnisse lassen aus Sicht der Vereinsverantwortlichen von Grün-Weiß Walsum aber keine Karnevalssitzungen zu. „Angesichts steigender Infektionszahlen können wir das Risiko nicht eingehen, dass die Walsumer Stadthalle zum nächsten Corona-Hotspot wird“, erklärt der Vereinsvorsitzende Manfred Kögler.

„Auch aus wirtschaftlichen Gründen können wir weder eine stark reduzierte Zuschauerzahl akzeptieren noch mit erheblichen Einschränkungen für unsere Gäste leben“, beschreibt er das Dilemma. Er ist sich aber mit seinen Vorstandskollegen einig, dass eine frühzeitige Absage das kleinere Übel ist und zieht trotz der Misere eine positive Bilanz. „Wir haben im Frühsommer einen mehr als zufriedenstellenden Vorverkauf absolviert und allen Käufern signalisiert, dass ihre Karten und Tischreservierungen dann für die Session 2021/22 Gültigkeit haben. Außerdem haben wir den Abnehmern die Möglichkeit eingeräumt, ihre Karten frühzeitig zurückzugeben, falls die Session 2020/21 abgesagt werden muss und nicht stattfinden wird.“

Diese Regeln kamen beim grün-weißen Publikum gut an, erläutert der Vereinsvorsitzende. Einhergehend mit der Absage der Sitzungen wird es erstmalig in der Geschichte der Gesellschaft keine Festschrift für die kommende Session geben. Mit den Inserenten des Heftes hat der Verein bereits im Vorfeld Kontakt aufgenommen und um Verständnis geworben. Auch mit dem designierten Prinzenpaar hat man sich auf Verschiebung ihres närrischen Amtes um ein Jahr geeinigt.

Zahlreiche Aktive, wie beispielsweise auch die vereinseigenen Tanzgarden, die sich schon lange wieder in Vorbereitung für die kommenden Auftritte befanden, sind ebenfalls betroffen, tragen die Entscheidung des Vorstandes aber mit. „Auch wenn unser närrisches Herz blutet, die Gesundheit unserer Gäste und Mitglieder hat absoluten Vorrang“, erläutert Manfred Kögler bedauernd.

(RP)