Kämpfer der Bürgerinitiative "Betuwe - so nicht!" ist tot

Im Alter von 82 Jahren gestorben : Trauer um Heinz Mülleneisen

Von 1998 bis 2015 kämpfte er als erster Vorsitzender der Bürgerinitiative „Betuwe – so nicht!“ Jetzt ist er im Alter von 82 Jahren gestorben.

„Im Kopf waren schwarze Wolken, das Denken fiel mir schwer. Reden, machen, laufen, konnte ich bald nicht mehr...“, so beginnt der Abschiedsspruch für Heinz Mülleneisen in seinem Nachruf. Reden, machen, laufen konnte er nicht mehr – er, der Macher, der unermüdliche Kämpfer für die Rechte der Anlieger der Betuwe-Linie, konnte schon in den vergangenen Jahren nicht mehr für sie einstehen, kämpfte um sein eigenes Leben gegen das Vergessen. Nun hat das Vergessen ein Ende, Heinz Mülleneisen starb am 21. Oktober, kurz vor seinem 83. Geburtstag. Seine Beisetzung findet am 30. Oktober auf dem Waldfriedhof in Oberlohberg statt.

Heinz Mülleneisen führte von 1998 bis 2015 als erster Vorsitzender die Bürgerinitiative „Betuwe – so nicht!“, erinnern Gitta Ahrens und Dieter Krüger, frühere Vorstandsmitglieder der inzwischen aufgelösten Initiative. „Er war bekannt als zuverlässiger, hilfsbereiter, integerer und vor allen Dingen als sachkundiger Streiter“, so Dieter Krüger. „Er hatte zu jeder Zeit für alle Anlieger ein offenes Ohr.“ Als früherer Mitarbeiter der Firma Eisenbahn & Häfen war er zudem noch ein Fachmann in Sachen Bahn und daher nicht nur ein guter Streiter für die Anlieger, sondern auch ein idealer Ansprechpartner für die Bahn. „Seine Krankheit“, so schreibt der ehemalige Vorstand der Betuwe-Linie, habe leider ein weiteres Engagement verhindert. „Wer ihn gekannt hat, weiß, was die vom Lärm betroffenen Anlieger der Bahnlinie verloren haben“, so Gitta Ahrens und Dieter Krüger unisono im Namen der ehemaligen Mitglieder der Bürgerinitiative.

Doch nicht nur in der Bürgerinitiative, die er mitgegründet hat, war Heinz Mülleneisen – lange Jahre war er aktiv in der Heilig-Geist-Gemeinde tätig, war Mitglied im Pfarrgemeinderat, sang im Kirchenchor, berichtet Lilo Wallerich, eine langjährige Wegbegleiterin des Verstorbenen. „Heinz Mülleneisen war allem Sozialen aufgeschlossen, er hat sich immer für die Belange seiner Mitmenschen eingesetzt“, erzählt Wallerich. „Er war ein toller Mensch, hielt jedes Versprechen, dass er gab. Organisieren habe ihm im Blut gelegen, erinnert sich die grüne Ratsfrau. Das habe sich bei der Kirche, aber auch bei seiner Arbeit für die Bürgerinitiative gezeigt. Er habe nicht einfach delegiert, sondern tatkräftig mit angefasst.

Lilo Wallerich erinnert sich, dass Heinz Mülleneisen selbst oft an den Wochenenden am Bahngleis gesessen und die durchfahrende Züge gezählt habe. 22 Jahre lang war er mit der Bürgerinitiative „Betuwe – so nicht“ verbunden, bis die Krankheit kam.

„Durch unsere gemeinsamen Aktivitäten ist eine Freundschaft entstanden, die über Jahre hinweg hielt“, so Lilo Wallerich. „Er hat immer gekämpft, sich immer mit Herzblut eingesetzt.“ Jetzt ist sein langer Kampf zu Ende gegangen.

(big)
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