Hünxe: "Jeck in Hünx'" ist startklar

Hünxe : "Jeck in Hünx'" ist startklar

Karnevalsverein freut sich auf den Höhepunkt der Session, gestaltet neue Schilder für seinen Wagen beim Voerder Zug. Thema ist der Sportplatz in Bruckhausen.

Keine strengen Regeln, sondern Spaß haben: Nach dieser Devise macht sich der 1. Karnevalsverein Jeck in Hünx' bereit für den Höhepunkt der Session. Dazu gehört auch das Gestalten der Schilder für den Wagen, der im Voerder Zug mitfahren wird.

"Ob Asche, Rasen oder Stein - in Bruckhausen soll ein Sportplatz sein" - dieses Motto haben sich die Hünxer Narren ausgedacht. Damit greifen die Jecken die umstrittene Zukunft eines Sportgeländes auf. Der Stein stehe dabei für eine teilweise Bebauung, erklärte Michael Wefelnberg. Er, seine Ehefrau Andrea, die den Verein im Jahr 2001 mitgegründet hat, Bettina Hilgenberg, Wolfgang Ossowski, Jörg Schwarz, Annette Weiß und Wally Kretschmann waren an diesem Abend mit dem Bemalen der Schilder beschäftigt. Das runde Leder und damit verbundene Elemente, in bunten Farbtönen gestaltet, standen diesmal im Mittelpunkt. Karnevalslieder liefen im Hintergrund, und die vorbereitenden Treffen gebe es bei dem Mitgliedern im Wechsel, so die Gruppe. Dass die Session diesmal recht kurz ist, bereite dem Verein keine Probleme.

"Das bleibt immer", sagte Andrea Wefelnberg über das Grundmotiv des Wagens, der typische Hünxer Elemente wie die Dorfkirche, die Lippe, den blauen Himmel und Kopfweiden zeigt. Im vergangenen Jahr ging es um das Kneipensterben im Dorf. Jeweils passend werden die Schilder neu gestaltet.

Rund 80 Mitglieder hat der 1. KV "Jeck in Hünx'", nach Angaben der Mitglieder der einzige eingetragene Karnevalsverein in der Gemeinde. "Das ist ein Kommen und Gehen", sagte die Runde über die Mitgliederzahl. Bis zu 15 von ihnen machen beim Gestalten des Wagens mit, bis zu 30 laufen im Zug mit. Zwei Mal in der Woche treffen sich die Karnevalisten in der Zeit vor den "tollen Tagen". Zum Vorbereiten gehört auch das Kaufen des Wurfmaterials, das die Jecken beim Zug unters närrische Volk bringen wollen. Bonbons, Popcorn, Bälle, kleine Stofftiere flogen bisher vom Wagen herunter. "Manche werfen auch zurück", beschrieb Schwarz eine zu beobachtende Unsitte. "Es ist etwas ganz anderes, wenn man selbst mitgeht", waren sich die Jecken über das Zug-Erlebnis einig.

Von den wenigen Spaßverderbern lässt sich der 1. KV "Jeck in Hünx'" die gute Laune nicht verderben, im Gegenteil. "Wir sind ein kleiner Verein und haben Spaß", brachte es Andreas Wefelnberg auf den Punkt. Bewusst verzichten die Hünxer Narren auf Prinzenpaar und Prunksitzung. Das bedeute nur Gerenne. Aber der Rathaussturm an Altweiber mit einem Rammbock, der müsse sein. Beim folgenden Zug durch den Ort seien sie auch bei den Geschäftsleuten stets willkommen. Eine feste Größe ist das fünfköpfige Männerballett, das auch am Ruhetag im "Tacheles" proben darf. Dafür sagen die Herren dem Wirt Danke: "Das ist sehr gut." Und: "Jeder, der mitläuft, zahlt einen kleinen Obolus", so Wefelnberg über die Finanzen des Spaßes. Zu dem gehört auch das Erwachen und das Verbrennen des Hoppeditz, wenn am Aschermittwoch wieder alles vorbei ist. Danke sagt der Verein auch Wilhelm Krechter, bei dem er den Wagen unterstellen kann.

Auch ohne den Karneval sehen sich die Mitglieder regelmäßig. "Wir sind Nachbarn", sagte Wefelnberg. Und Jörg Schwarz ergänzte, es gebe in Hünxe viele Gelegenheiten, um gemeinsam zu feiern.

(rtl)
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