IS-Terrorist Nils D. soll GEfangene ermordet haben

Dinslaken : IS-Terrorist Nils D. soll Gefangene ermordet haben

Nils D. sitzt bereits im Gefängnis. Nun wirft ihm die Bundesanwaltschaft vor, Menschen zu Tode gefoltert zu haben.

Nils D. ist zwar bereits wegen Mitgliedschaft in der Terrororganisation Islamischer Staat verurteilt, galt jedoch bisher als Mitläufer. Dieser Eindruck scheint aber unbegründet gewesen zu sein: Die Bundesanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der Dinslakener D. auch Gefangene gefoltert und getötet haben soll. Gegen D. wurde deshalb Anklage erhoben.

Wie der Generalbundesanwalt am Donnerstag mitteilte, soll D. „aus niedrigen Beweggründen grausam einen Menschen getötet“ haben. Damit habe der verurteilte Terrorist gegen die Bestimmungen des Völkerstrafgesetzbuchs verstoßen.

Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft soll er gemeinsam mit anderen IS-Mitgliedern im syrischen Manbij regelmäßig Gefangene gefoltert haben. Dabei seien mindestens drei Menschen ums Leben gekommen.

Nils D. ist bereits im Jahr 2016 in Düsseldorf zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden. Ihm wurde die Mitgliedschaft im Islamischen Staat nachgewiesen.

Zuvor war D. bei einem Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos  in Dinslaken festgenommen worden. D. hatte im Rahmen der Verhandlung gestanden, nach Syrien gereist und sich der Terrormiliz angeschlossen zu haben. Die Beteiligung an Gewalttaten hatte er jedoch bislang stets beharrlich abgestritten.

Aufgrund seiner Aussagen und der Einschätzung des Gerichtes, dass D. mit seinem Geständnis dem IS entsagt habe, schien D. eher Mitläufer zu sein. Der „Stern“ hatte 2015 geschrieben, dass Nils D. als „weich“ gegolten habe. Durch die Anklage der Bundesanwaltschaft bekommt dieses Bild nun erhebliche Risse.

Nils D. war im Oktober 2013 nach Syrien ausgereist und hatte sich im März 2014 dem IS angeschlossen. Wie das Oberlandesgericht Düsseldorf feststellte, war der Dinslakener Mitglied einer Gruppe, die Aussteiger aus dem IS aufspüren und dann festnehmen sollte. Zudem hat D. auch als Gefängniswärter gearbeitet.

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