In Dinslaken, Voerde und Hünxe gibt es für viele Schüler hitzefrei

Übersicht für die Region : Hitzefrei für viele Schüler bis Freitag

Ob und bis wann es hitzefrei gibt, entscheiden die Schulleiter in der Region jeweils selbst. An vielen weiterführenden Schulen ist der Unterricht bis Ende der Woche reduziert. Wir haben für die Region eine Übersicht zusammengestellt.

Hitzefrei war früher die Ausnahme. In dieser Woche ist es erstmals zur Regel geworden: Viele weiterführende Schulen haben wegen der prognostizierten Hitzewelle den Unterricht nicht nur für einen Tag sondern gleich für die ganze Woche reduziert. Das gab es noch nie. Der Leiter der Ernst-Barlach-Gesamtschule (EBGS), Ulrich Wangerin, wirft der Stadt gleichzeitig vor, den Klimawandel verschlafen zu haben: Bei Schulsanierungen für rund 60 Millionen Euro habe die Stadt keine klimatisierten Unterrichtsräume eingeplant.

„Das ist ein Skandal“ findet Wangerin, „wir verbringen die nächsten 40 Jahre in Unterrichtsräumen mit Riesen-Glasfenstern“. Er führt uns in die dritte Etage der Schule. Aus dem Kunstraum schlägt die Hitze, als der Schulleiter die Tür öffnet. 31 Grad, 46 Prozent Luftfeuchtigkeit. Trotz heruntergelassner Rollos. „Wenn die Kinder hier herauskommen, haben sie nasse Haare“, sagt Wangerin, vergangene Woche sei ein Mädchen umgekippt. Das Problem: Im dritten Stock liegt nicht nur der Kunstraum sondern auch die Klassenräume für die Stufe 8. Dass der Klimawandel ganze Hitzeperioden bringe, das sei abzusehen gewesen und das habe er auch bei den ersten Planungsgesprächen zu den Schulsanierungen gesagt. Die Stadt konnte dazu gestern keine Auskunft geben.

So sei ein normaler Unterrichtsbetrieb „aus gesundheitlichen Gründen“ nicht zu verantworten, schrieb Wangerin an die Eltern. Gestern war nach der sechsten Stunde hitzefrei, Dienstag und Mittwoch nach der fünften Stunde, Donnerstag ist Wandertag, Freitag um 12 Uhr Schluss. Bei Bedarf ist eine Betreuung gesichert. „Das wird ja nun bis zu den Sommerferien so bleiben“, fürchtet Wangerin und sorgt sich wegen des Unterrichtsausfalls.

Auch das Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) hat eine Regelung für die gesamte Woche getroffen. Die Schüler der Sekundarstufe I dürfen bis Donnerstag nach der fünften Stunde gehen, das Sportfest am Freitag wird reduziert und endet um 12 Uhr. Normalerweise misst Schulleiterin Astrid Weidler die Temperatur im Neubau nach der ersten Pause und entscheidet dann flexibel. „Jetzt war aber abzusehen, dass die Hitze, die kommt, auch bleiben möchte.“ Die Sekundarstufe 2 hat doppelt Pech: Sie darf kein hitzefrei bekommen, zudem müssen am heutigen Dienstagnachmittag die Abiturienten die Abweichprüfungen durchstehen.

Am Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) war gestern nach der vierten Stunde frei, wegen der Hitze wird Dienstag bis Donnerstag nur an drei Stunden unterrichtet, Freitag ist ohnehin wegen eines Studientages frei. Die Schule machte die Eltern am Sonntag in einer Mail darauf aufmerksam, dass es keine Betreuung gibt und dass die Schulbusse zu den regulären Zeiten fahren.

Ulrich Wangerin, Leiter der EBGS: In manchen Klassen ist es 31 Grad warm. Foto: aha

Im Gymnasium im Gustav-Heinemann-Schulzentrum (GHZ) gab es gestern kein hitzefrei, aufgrund eines Projekttages. „Dienstag und Mittwoch geben wir aber hitzefrei, nach der 4. Stunde, also ab 11.30 Uhr“, sagt Schulleiter Bernd Saalfeld. Das gelte für alle Schüler der Klasse 5 bis 9. Auch Donnerstag und Freitag will das GHZ-Gymnasium so verfahren, „wenn das Wetter so bleibt“, sagt Saalfeld. Eine Betreuung für Kinder der 5. und 6. Klassen sei bis 13.25 Uhr gewährleistet.

Die Realschule im GHZ hatte gestern ebenfalls nach der 4. Stunde (11.25 Uhr) hitzefrei. Heute gibt es Kurzstunden mit jeweils 35 Minuten, weshalb der Unterricht um 12.10 Uhr endet. Am morgigen Mittwoch ist ein Sponsorenlauf geplant, wie dann mit der Hitze umgegangen werden soll, war gestern Vormittag noch nicht bekannt.

An der Friedrich-Althoff-Sekundarschule (FAS) gibt es die gesamte Woche über Kurzstunden mit jeweils 45 Minuten, der Unterricht endet also täglich um 13 Uhr. Für eine anschließende Betreuung sei aber gesorgt, so Schulleiter Silvio Husung.

Am Gymnasium Voerde (GV) gibt es hingegen kein hitzefrei. „Wir sind eine Ganztagsschule und dürfen kein hitzefrei geben“, erklärt Schulleiter Gerd Kube. „Die Eltern müssen sich bei uns schon darauf verlassen können, dass die Betreuung gewährleistet ist.“ Dennoch gehe man auch am GV natürlich auf die Hitze ein. So entfalle diese Woche für die Schüler etwa die Pflicht, Arbeitsgemeinschaften (AGs) zu besuchen.

An der Gesamtschule Hünxe endete der Unterricht für Schüler der Sekundarstufe I gestern nach der 5. Stunde (12.30 Uhr), laut Schulleiter Klaus Ginter soll das auch Mittwoch, Donnerstag und Freitag der Fall sein. „Am Mittwoch hat es aber nichts mit der Hitze zu tun“, betont Ginter und erklärt, dass der Unterricht aufgrund von Nachprüfungen der 1. bis 3. Abiturfächer sowieso nicht länger gewesen wäre. Heute geht der Unterricht in Hünxe regulär bis zur 6. Stunde.

(aha/akw)
Mehr von RP ONLINE