In der Kirchheller Heide filmte ein Förster erstmals einen Wolf: Es könnte „Gloria“ sein

Vom Hochsitz aus beobachtet : Förster macht in Kirchheller Heide Video von einem Wolf

In der Kirchheller Heide filmte ein Förster erstmals einen Wolf: Es handelt sich wohl um „Gloria“

Ein Förster des Regionalverbandes Ruhr (RVR) hat in der Kirchheller Heide ein Handyvideo erstellt, dass vermutlich die Wölfin GW954f, auch bekannt als „Gloria“, zeigt. Sie kommt in der Dämmerung einem Hochsitz immer näher und hatte vermutlich genau das vor, was der Förster eigentlich auch vorhatte: nämlich Rehe jagen. Der Verband stellte am Dienstag einen eine Minute und vier Sekunden langen Zusammenschnitt online. Entstanden war der eine Woche zuvor in dem Waldstück zwischen Dinslaken und Bottrop.

Experten des Landesumweltamtes (Lanuv) haben das Video begutachtet und bestätigt, dass es sich um einen Wolf handelt. Der RVR rät Hundebesitzern, dass sie ihre Vierbeiner in dem Waldstück fortan angeleint ausführen und auf den Wegen bleiben. Die Wahrscheinlichkeit, den Wolf zu Gesicht bekommen, sei allerdings sehr gering. Für RVR-Förster Johannes Gerst war es die erste Begegnung mit einem Wolf: „Ein tolles Erlebnis“, erzählte Gerst. Wölfe seien scheue Tiere. Er habe das Tier erst im Fernglas wahrgenommen, so Gerst weiter, dem Hochsitz habe es sich bis auf etwa 25 Meter genähert. „Dann hat es möglicherweise Witterung aufgenommen“, berichtet der Förster. Der Wolf drehte langsam ab – einem Reh hinterher, was etwas vorher als schwarzer Punkt im Hintergrund des Videos zu erahnen war.

Die Wölfin hatte zuletzt wieder vermehrt mit Weidetierrissen für Aufsehen gesorgt. Ganz aktuell hat das Landesumweltamt (Lanuv) bestätigt, dass auch ein Vorfall am 23. Juli in Hünxe auf ihr Konto geht. Dabei waren ein Schaf getötet und zwei weitere verletzt worden.

Für die Wölfin mit der wissenschaftlichen Kennung „GW954f“ bieten die Wälder gleichwohl reichlich Beute. Die großen Bestände an Rehen, Rot- und Schwarzwild sind nach Ansicht von RVR-Förster Johannes Gerst ein wesentlicher Grund, warum das Tier seit Juni 2018 in der Region rund um Schermbeck ansässig ist. Thomas Kämmerling, Leiter des RVR-Eigenbetriebs Ruhr Grün, drückt es so aus: „Dass der Wolf auch die Kirchheller Heide aufsucht zeigt, dass es sich bei der waldreichen Region nicht nur um ein beliebtes Erholungsgebiet, sondern auch um einen attraktiven Lebensraum für das seltene Säugetier handelt.“

(dum)
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