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Hünxer SPD will für den Offenen Ganztag flexiblere Abholzeiten

Land schreibt Teilnahmepflicht vor : SPD will für Offenen Ganztag flexiblere Abholzeiten

Sozialdemokraten schlagen mit „Schule von 8 bis 1“ ein parallel stattfindendes Betreuungsangebot vor. Dann könnten die Kinder bereits um 13 Uhr abgeholt werden.

Flexiblere Abholzeiten wünschen sich viele Eltern von Grundschulkindern im Rahmen der Offenen Ganztagsschule (OGS). Denn grundsätzlich können angemeldete Kinder erst nach 15 Uhr abgeholt werden, da für sie eine vom Land NRW vorgeschriebene Teilnahmepflicht besteht. So hat die SPD in Hünxe das Anliegen bereits im Frühjahr zum Thema im Schulausschuss gemacht. „Das Thema beschäftigt viele Eltern. Wer beispielsweise in Teilzeit arbeitet und seine Kinder früher abholen möchte, hat keine reguläre Möglichkeit dazu“, erklärt Ratsfrau Marion Lukassen, die auch Vorsitzende des Schulausschusses ist. In der Sitzung versprach die Verwaltung, eine Befragung unter Grundschuleltern durchzuführen, um den tatsächlichen Bedarf bei den Betreuungszeiten zu ermitteln.

In der Zwischenzeit suchten Marion Lukassen, Ausschussmitglied Benedikt Lechtenberg und SPD-Chef Jan Scholte-Reh den Austausch mit dem Diakonischen Werk Dinslaken als OGS-Träger und erkundigten sich im Gespräch mit der stellvertretenden Geschäftsführerin Nicole Mehring.

„Der für uns nachvollziehbare Wunsch der Eltern nach Flexibilität und der ebenso wichtige Anspruch einer guten Betreuungsqualität der Kinder in der OGS sollten nicht im Widerspruch zueinander stehen“, erklärt Benedikt Lechtenberg. Eine völlige Flexibilisierung könne somit keine Option sein. Würden die Kinder jederzeit abgeholt werden können, schaffe das Unruhe in der Gruppe und binde die Zeit der Betreuer, die dann an anderer Stelle fehle. Wünschenswert wäre aus Sicht der SPD hingegen eine OGS mit festen Zeitfenstern zur Abholung auch vor 15 Uhr. „So könnten manche Kinder bereits früher abgeholt werden, während die anderen Kinder störungsfrei betreut werden“, sagt Lechtenberg. Da aber das Land die Regeln für die OGS vorgebe, müsse in Hünxe das angegangen werden, was die Gemeinde selbst steuern könne.

Eine denkbare Lösung könnte aus Sicht der SPD ein paralleles Betreuungsangebot sein. Neben der regulären OGS bis 15 Uhr könnte das Modell der „Schule von 8 bis 1“ gefahren werden, bei dem die Kinder bereits um 13 Uhr abgeholt werden. So hätten Eltern die Wahl zwischen zwei Angeboten.

Der Betrieb von zwei parallel laufenden Betreuungsangeboten verursache für die Gemeinde Kosten, da ein solches Zusatzangebot an jedem Grundschulstandort in Hünxe, Bruckhausen und Drevenack mit Personal geschaffen werden müsste, erklärt Ratsfrau Marion Lukassen. Darüber müsse im Austausch mit Eltern, Grundschulen und OGS-Trägern beraten werden.

(RP)