Hünxe: DLRG-Junioren kämpfen um Rettungspokal

Strandbad Tenderingssee : 180 Lebensretter im Wettkampf

Die Ortsgruppe Dinslaken richtete am Tenderingssee den 16. DLRG-Junioren-Rettungspokal aus.

In einer Reihe direkt an der Startlinie stehen sechs Frauen im weißen Sand. Vor ihnen der Tenderingssee, hinter ihnen Trainer, Helfer und Teamkollegen. Auf den Pfiff des Schiedsrichters rennen die Sportlerinnen ins Wasser und schwimmen auf die 200 Meter entfernten Bojen zu. „Schwimmen allein reicht beim Wasserrettungssport nicht aus“, verrät Max Reichert, Trainer des Landesverbandes „Nordrhein“. „Die Sportler müssen zeigen, dass sie verschiedene Disziplinen beherrschen.“

Es sind insgesamt 15 Wettkampfarten, denen sich der DLRG-Nachwuchs, der Nachwuchs der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft also, im Alter von 15 bis 18 Jahren, stellen muss. Davon sechs im Hallenbad und neun im Freigewässer. Am Strandbad Tenderingssee reichen die Aufgaben vom Sprinten im Sand, bis zum Paddeln auf einem Rettungsboard.

Die Sportler brauchen Ausdauer, Reaktionsvermögen und Kraft. Bewertet wird nach Schnelligkeit. „Bei einer echten Rettung geht es um jede Sekunde“, erklärt der Dinslakener Ortsgruppen-Pressesprecher Fabian Friese. „Wenige Sekunden können da über Leben oder Tod entscheiden.“

In Deutschland ertrinken laut DLRG jährlich mehrere hundert Menschen. Die größte Wasserrettungsorganisation weltweit hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen davor zu bewahren: Sie bildet aus, trainiert und rettet. „Das Aufsichtspersonal am Tenderingssee wurde beispielsweise von der DLRG ausgebildet“, erklärt Friese, der sich freut, dass die Ortsgruppe Dinslaken den Juniorenpokal in diesem Jahr ausrichtet. Rund 300 DLRG-Mitglieder haben sich zu diesem Anlass im Kreis Wesel eingefunden.

Aus jedem DLRG-Landesverband gehen die zwölf besten Junior- Sportler und -Sportlerinnen ins Rennen. Wieviel Zeit das Training für den Leistungssport beansprucht, erzählt Charline Seidel, die gemeinsam mit ihren Teamkollegen für den Landesverband Nordrhein antritt: „Ich trainiere viermal die Woche im Schwimmbad, zweimal wöchentlich am See und zusätzlich noch zweimal die Woche im Fitnessstudio“, sagt die 16-Jährige. „Bei der DLRG gefällt mir einfach rundum alles“, so Seidel. „Man lernt viele Menschen kennen, übt einen sehr abwechslungsreichen Sport aus und sieht jede Menge von der Welt.“ Vom Wettkampf um den Juniorenpokal Deutschland geht es für Charline vielleicht bald schon nach Irland zur Junioren Europameisterschaft und weiter nach Australien zur Weltmeisterschaft.

Die 16-Jährige bewegt sich bei der Einzelwertung durchweg im oberen Viertel und hat damit schon mal einen guten Start hingelegt. Das gilt auch für ihre Mannschaft: Der Landesverband Nordrhein holt in der Gesamtwertung den zweiten Platz.

Der Landesverband Sachsen-Anhalt freut sich über den ersten Platz. Nordrhein-Westfalen darf sich zwar nicht über den ersten, dafür aber über zwei Podiumsplätze freuen: Der dritte Platz des Junioren Rettungspokals geht an den Landesverband Westfalen.

(ln)