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Hünxe: Der Krudenburger Hafen wuchert zu

Ärger in Hünxe : Der Krudenburger Hafen wuchert zu

Vom Aussichtspunkt blicken Besucher nur noch in Gestrüpp. Die Dorfgemeinschaft fühlt sich von der Gemeinde allein gelassen. Und es gibt noch einige andere Ärgernisse wie hässliche Betonkübel.

Krudenburg ist ein beliebtes Ausflugsziel, Anlaufstelle für diverse Radtouren, auch wenn es derzeit keine richtige Gastronomie mehr gibt. Von der Gemeinde fühlen sich die Krudenburger allerdings allein gelassen.

Ein Großteil des alten Hafens bleibt hinter einer grünen Pflanzenwand verborgen. Foto: Heiko Kempken

Ein Beispiel: „Es gibt etwa 45 Bänke in Krudenburg. Man kann sich darauf setzen, es ist aber meistens sinnlos“, sagt Jutta Lievers-Vlaswinkel von der Dorfgemeinschaft. Wer sich auf eine der Sitzgelegenheiten entlang der Lippe setzt, hat den freien Ausblick auf dichtes Gestrüpp – und riskiert es, sich eine spitze Schraube ins Hinterteil zu bohren. Etliche Bänke sind in einem traurigen Zustand.

Der Hafen des Lippetreidlerdorfs, im Grunde bloß ein Teich, ist 2009 mit öffentlichen Geldern – Leader-Programm und Integriertes ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) – und viel Engagement der seinerzeitigen Dorfgemeinschaft zum Schmuckstück aufpoliert worden. Vom kleinen Fachwerkhaus – im Dorf „Eselstall“ genannt – wie von einem seinerzeit gebauten Aussichtspunkt blicken Besucher inzwischen nur noch in Gestrüpp, der Tümpel wächst langsam aber sicher zu.

„Es gab wohl eine Vereinbarung mit dem ehemaligen Bürgermeister Hermann Hansen, dass sich die Gemeinde an den Rückschnittarbeiten beteiligt“, sagt Lievers-Vlaswinkel, „per Handschlag. Schriftliches liegt uns nicht vor“. Immer wieder mal habe es Gespräche mit der Stadt gegeben, bereits 2017. Doch einmal mehr ist die Chance, Hafen und Bänke freizuschneiden, längst verpasst. Es ist Brutzeit, da muss auch die längst fällige Durchforstung am Poll wieder warten. „Die Dorfgemeinschaft hat früher mal einen Gärtner für den Hafen beauftragt“, erzählt Lievers-Vlaswinkel. Das war teuer und inzwischen seien die Arbeiten zu aufwändig – dem Fachmann ist es zu gefährlich, vom Teich aus zu arbeiten. Inzwischen sind dafür andere Gerätschaften nötig.

Das wuchernde Grün ist nicht das einzige Problem. Krudenburg fühlt sich vernachlässigt. Beispiel Weihnachtsschmuck. Neun leuchtende Sterne habe die Gemeinde bezahlt. Leider konnten nur vier angebracht werden, die Straßenlaternen haben keine Steckdosen. „Es hieß das sei schwierig.“ Hässliche Betonkübel sind ein weiteres Ärgernis, die trotz mehrfacher Bitten nicht abgeräumt wurden.

Ein im Oktober vergangenen Jahres versprochenes mobiles Fußballtor für die Kinder ist bis heute nicht eingetroffen. „Wenn man durchs Dorf geht, fragen die Krudenburger nach. Wir können ihnen nichts Konkretes sagen.“

Dabei sind die Krudenburger ein umtriebiges Völkchen, packen gern mit an um ihr Dorf schöner zu machen. Doch sie vermissen die Unterstützung der Gemeinde, „das machen wir ja alles nebenher“. In einem Brief haben sie den Bürgermeister auf die Probleme aufmerksam gemacht, bislang ohne eine Reaktion.

(sz)