Hitzewelle beschert Krankenhäusern Arbeit

Dinslaken: Hitze, Flüssigkeitsmangel, Wespenstiche

Die Krankenhäuser in Dinslaken hatten bei der Hitzewelle einiges zu tun. Vor allem machte dabei Probleme, dass die Menschen zu wenig tranken - aber auch Insektenstiche kamen gehäuft vor.

Der heißeste Tag in Nordrhein-Westfalen ist erst einmal überstanden. Die andauernde Hitzewelle in den vergangenen Wochen machte den Menschen zu schaffen. Auch in den Krankenhäusern häuften sich die Aufnahmen von Patienten, die mit den Folgen der Temperaturen zu kämpfen hatten. „Wir hatten auf jeden Fall eine Zunahme von Patienten, die mit Kreislaufproblemen und niedrigem Blutdruck zu uns gekommen sind“, schildert Dr. Astrid Koch, Chefärztin für Innere Medizin am Dinslakener Sankt-Vinzenz-Krankenhaus das Geschehen in den vergangenen Wochen. Vor allem ältere Menschen hätten bei der Hitze Probleme. „Die haben oft ein geringeres Durstgefühl als junge Menschen und nehmen auch Medikamente ein, die eine entwässernde Wirkung haben“, erklärt die Ärztin. So könne durch fehlende Flüssigkeit im Körper die Wirkung von Blutdruck senkenden Medikamenten verstärkt werden, mit dem Resultat, dass die Menschen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus kommen.

„Bei den jüngeren Menschen hilft da manchmal schon der Aufenthalt in der klimatisierten Notaufnahme und die Versorgung am Getränkeautomaten“, sagt Dr. Astrid Koch. Ältere Patienten müssten oft aufgenommen und über die Vene mit Flüssigkeit versorgt werden. Bei der Hitze werden auch die Patienten auf den Stationen zusätzlich mit Wasser versorgt oder bekommen, wenn sie nicht trinken können, extra viel Flüssigkeit zugeführt. Zudem sind auch die Wespen in diesem Sommer besonders aktiv, so dass vermehrt Patienten mit Insektenstichen in die Notaufnahme kamen. „Wenn man gestochen wird ist Kühlung das Wichtigste“, erklärt Dr. Astrid Koch. Wenn es bei lokalen Auswirkungen des Stichs wie Rötung oder Schwellungen bleibt, kann man relativ ruhig bleiben. Kommt es allerdings zu Auswirkungen auf den Kreislauf und Atembeschwerden, könnte das auf einen allergischen Schock hindeuten. Dann ist schnelles Handeln gefragt. „Da sollte man sofort die 112 anrufen“, rät die Chefärztin für Innere Medizin des Sankt-Vinzenz-Krankhauses.

Edmund Purucker, Chefarzt am Evangelischen Krankenhaus. Foto: Martin Büttner/Büttner, Martin (m-b)
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Zu Problemen kann es auch bei Menschen kommen, die Schmerzpflaster, besonders mit Opiaten, tragen. „Die vermehrte Schweißproduktion und die erhöhte Durchblutung kann dazu beitragen, dass der Wirkstoff schneller in höherer Konzentration aufgenommen wird“, erklärt die Ärztin. Wenn bei solchen Patienten Müdigkeit oder Schläfrigkeit auftreten, sollte man mit dem Hausarzt sprechen, ob es sinnvoll sein kann, zeitweise auf Pflaster mit einer geringeren Wirkstoffdosis zurückzugreifen.

„Es kamen häufiger Patienten mit Überhitzungen oder Austrocknungen in die Notaufnahme“, sagt Dr. Edmund Purucker, Chefarzt für Innere Medizin am Evangelischen Klinikum Niederrhein in Dinslaken. „Man unterschätzt, wie viel zusätzliche Flüssigkeit man bei der Hitze braucht und dann kommt so etwas schnell vor“, sagt er. Trotzdem hielt sich das Patientenaufkommen noch in Grenzen. „Es war nicht so ein Megagau wie die Grippewelle zu Anfang des Jahres, als wir kaum noch wussten, wohin mit den Patienten“, sagt er.

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