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Hilfe für die Helfer in der Corona-Pandemie

Für Menschen in den „systemrelevanten“ Berufen : Es gibt Hilfe für die Helfer in der Corona-Pandemie

Es gibt ein Angebot für Verkäufer, die in Überstunden untergehen, oder Ärztinnen, die am Feierabend noch einkaufen müssen.

Neben Hilfen für Alte, Kranke und von Quarantäne Betroffene formieren sich nun auch Unterstützungsangebote für die Helfer in der Corona-Krise selbst. Die Diakonie im evangelischen Kirchenkreis Dinslaken hat eine „Hilfe für Helden des Alltags“ ins Leben gerufen. Sie ist für Menschen gedacht, „die zu den so genannten systemrelevanten Gruppen gehören“, heißt es. Zum Beispiel Angestellte in Supermärkten und auf jeden Fall medizinisches Personal. Für deren Problemlagen will die Diakonie individuelle Lösungen suchen.

„Was wir nicht machen können, ist Schutzkleidung beschaffen, was die vermutlich am allernötigsten brauchen“, erklärt Alexandra Schwedtmann, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Dinslaken. Aber für anderes könne man sich etwas einfallen lassen. „Was ist mit den Leuten, die auf den Intensivstationen malochen – und dann sollen die abends noch einkaufen gehen?“, fragt sie. Gegebenenfalls stünden diese Menschen nach ihren Schichten auch noch wegen Hamsterkäufen vor leeren Regalen.  Vielleicht müsse auch hier jemand nach langen Arbeitstagen noch die eigenen Eltern mit Lebensmitteln versorgen, weil die nicht vor die Tür sollen, vielleicht wird dort jemand gebraucht, der den Hund ausführt.

Sicher könne man nicht für alles eine Lösung finden, sagt Alexandra Schwedtmann. Aber für vieles könnten die Betroffenen gemeinsam mit den Teams der Diakonie kreative Ideen entwickeln. Wohlgemerkt: Alles immer unter Vorkehrungen des Infektionsschutzes.

Alexandra Schwedtmann von der Diakonie im Evangelischen Kirchenkreis Dinslaken. Ein neues Angebot ist gezielt für diejenigen da, die von der Gesellschaft gerade besonders dringend gebraucht werden. Foto: Ekir/Ruth Levin

Nicht zu vergessen: Bei den Anrufen könne es auch um die Seelsorge gehen. Beschäftigte in Krankenhäusern seien durch die Vorstellung belastet, was noch auf sie zukommen dürfte, oder hätten Sorge um die eigene Sicherheit. „Die stehen ja im Auge des Hurricans“, sagt sie. Andere „systemrelevant“ Beschäftigte bekämen es vielleicht mit Unverständnis und ruppigen Mitmenschen zu tun. Alle Betroffenen, sagt Schwedtmann, sollten „einfach einen Ansprechpartner haben, wenn sie gerade nicht weiterwissen“.

Die Telefonnummer zur Kontaktaufnahme lautet 02064 6064920.

Die Lebensmittelnotfallversorgung, die in der vergangenen Woche speziell für ältere und kranke Menschen, an den Start gegangen ist, ist bei der Diakonie jetzt simpler gestaltet worden. Wer das Angebot in Anspruch nehmen möchte, kann seine Bestellung jetzt direkt telefonisch aufgeben. Das geht montags bis freitags in der Zeit von 8.30 bis 11.30 Uhr, ebenfalls unter Telefon 02064 6064920.

Ein neues Angebot für  Senioren, Paare, Familien und Menschen mit psychischen Erkrankungen sind offene Telefonsprechstunden. Wegen des Kontaktverbots fühlten sich viele Menschen nun sehr isoliert und belastet, erklärt die Diakonie. Sie finden bei den Sprechstunden dann jemanden, der zuhört und Rat gibt.

Nach den jüngsten Zahlen von Mittwochmittag gibt es in Dinslaken 21 bestätigte Fälle von Corona-Infektionen, in Hünxe sind es 18, in Voerde 14. Insgesamt gibt es im ganzen Kreis Wesel 176 bestätigte Fälle. Die beiden Patienten aus Dinslaken und Kamp-Lintfort, die wie berichtet gestorben sind,  sind dabei eingerechnet. Die Infektionszahlen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn bekanntlich stockt die Annahme neuer und die Auswertung bereits begonnener Corona-Tests.