Dinslaken: Heizzentrale taugt nicht für die Kita

Dinslaken: Heizzentrale taugt nicht für die Kita

Die Kindertagesstätte an der Teerstraße soll auf das alte Zechengelände umziehen. Erledigt haben sich allerdings die Pläne, einen Teil der Kita in der alten Heizzentrale des früheren Bergwerks unterzubringen.

Darüber, dass die Kindertagesstätte an der Teerstraße in Lohberg so hinüber ist, dass die Kinder endlich in einem neuen Gebäude untergebracht werden sollen, gibt es keinen Streit. Dennoch gab's im vergangenen Jahr ein ziemliches Gezerre um die Kita.

Umstritten war der Standort für den Neubau. Die Verwaltung favorisierte eindeutig einen Umzug auf das ehemalige Zechengelände und wollte einen Teil der Kita in der alten Heizzentrale des Bergwerks unterbringen, an die dann eine weiterer Gebäudeteil angebaut werden sollte. Dagegen hatten Dinslakens Jugendpolitiker Bedenken, die der Jugendhilfeausschuss schließlich in einen Beschluss goss. Danach sollten die Pläne zum Neubau der Kita auf dem Zechengelände zwar weiterverfolgt werden, zeitgleich sollte aber ein Neubau auf dem städtischen Grundstück an der Teerstraße geplant werden, für den Fall, dass sich der Umzug in die Heizzentrale nicht realisieren ließe. Der Beschluss hatte allerdings nicht lange Bestand.

Der Rat gab schließlich grünes Licht für den Umzug auf das Zechengelände, ein möglicher Neubau an der Teerstraße spielte in den weiteren Überlegungen keine Rolle mehr, die Bedenken gegen eine Nutzung des alten Zechengebäudes blieben freilich unausgeräumt. Ein Bodengutachen ergab zwar, dass gegen den Standort auf dem alten Bergwerksareal keine Bedenken bestehen, doch ein für Oktober geplanter Baubeschluss für die neue Kita fiel nicht. Walburga Wüster, Chefin der städtischen Sanierungsgesellschaft, hatte zuvor im Jugendhilfeausschuss davon berichtet, dass es eine enorme Herausforderung darstellen werde, im Gebäude der Heizzentrale eine Kita unterzubringen und dass zunächst noch einige Spezialuntersuchungen abzuwarten blieben. Deren Ergebnis liegt nun offenbar vor.

Wie Baudezernent Dr. Thomas Palotz gestern erklärte, hat die RAG Montan Immobiliengesellschaft als Eigentümerin inzwischen mündlich - ein entsprechendes Schreiben steht noch aus - erklärt, dass das alte Gebäude nicht erhalten werden kann. Sie will es abreißen und der Stadt das Grundstück ohne Gebäude verkaufen. Die, so Palotz, könne dann dort ein komplett neues Kindergartengebäude errichten. Höhere Kosten sieht Palotz deswegen nicht auf die Stadt zukommen. Die RAG Immobilien Gesellschaft hätte das Gebäude zwar in einem konstruktiv und statisch nutzbaren Zustand übergeben müssen, doch wäre die Herrichtung eines solch alten Bestandsgebäude für die Zwecke eines Kindergartens dennoch mit einem erheblichen Aufwand verbunden gewesen und hätte zudem auch mehr Zeit benötigt als ein kompletter Neubau. Aus architektonischer Sicht hätte der Umbau der Heizzentrale zum Kindergarten zwar sicher seinen Reiz gehabt, doch ist Palotz sicher, dass die Stadt auch einen "schicken Neubau" hinbekommen wird. Aus stadtplanerischen Überlegungen - gerade auch unter integrationspolitischen Aspekten bleibe die Entscheidung für diesen Standort für den Kindergarten auf jeden Fall richtig, weil damit das Zusammenwachsen des alten Stadtteil mit dem, was auf dem Zechengelände neu entsteht gefördert werde.

Für die nächste Sitzung des Jugendhilfeausschusses, der am Mittwoch 21. Februar, Beginn 17 Uhr, in der Bruchschule tagt, hat die Verwaltung einen Sachstandsbericht zum Thema angekündigt.

(RP)