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Voerde: Haushaltsplan: Voerde investiert in eine bessere Infrastruktur

Voerde : Haushaltsplan: Voerde investiert in eine bessere Infrastruktur

Kämmerin brachte gestern im Stadtrat den Haushaltsplan für das kommende Jahr ein. Das prognostizierte Defizit liegt bei 6,8 Millionen Euro.

Bis zum Jahr 2021 will die Stadt den Haushaltsausgleich spätestens geschafft haben, um "wieder mehr kommunale Selbstverwaltung in Voerde leben zu können", wie Kämmerin Simone Kaspar in der gestrigen Ratssitzung bei der Einbringung des Etats für 2014 sagte. Nach dem aktuellen Planungsstand könnte das große Ziel des Haushaltskonsolidierungskonzeptes (HSK) 2020 bereits erreicht sein. Doch bis dahin ist es noch ein langer und beschwerlicher Weg, daran ließ die kommunale Finanzexpertin keinen Zweifel.

"Ab 2014 steht weiterhin die konsequente Umsetzung vieler weiterer HSK-Maßnahmen, die uns viel Kraft und Überzeugungsarbeit kosten wird, auf dem Programm", sagte Kaspar. Ausgabendisziplin und Kostenbewusstsein seien erforderlich, um die Karre aus eigener Kraft aus dem Dreck zu ziehen.

Sportpark Friedrichsfeld "sinnvoll, wenn er nicht teurer wird"

Der Gesamtergebnisplan 2014 der Kernverwaltung beinhaltet Erträge in Höhe von 66,1 Millionen Euro, denen über 72,9 Millionen Euro Aufwendungen gegenüberstehen. Damit liegt das prognostizierte Defizit bei 6,8 Millionen Euro.

Der Wirtschaftsplan des Kommunalbetriebs Voerde (KBV) ist mit einem Volumen von über 25,5 Millionen und einem Fehlbetrag von nur 935 Euro fast ausgeglichen. Als große Investitionen in die Verbesserung der städtischen Infrastruktur nannte die Kämmerin unter anderem die Innenstadtentwicklung, die Umgestaltung des Marktplatzes Friedrichsfeld, Umbau und Erweiterung von Grundschulen sowie in den Folgejahren den Bau des geplanten Sportparks Friedrichsfeld. Dieses Projekt, das auf dem Gelände des Babcockwaldes verwirklicht werden soll, wertete sie als sinnvoll, doch dürfe es keine weiteren Kostensteigerung geben.

Kritik von Wählergemeinschaft und Grünen

"Auf den ersten Blick vielleicht schmerzhafte, aber auf den zweiten Blick akzeptable Abstriche bei Komfort und Standard müssen erlaubt und umsetzbar sein", so Kaspar. Die Finanzierung des Vorhabens sah sie als sichergestellt an. Dies durch die Grundstücksverkäufe an den Altstandorten, die "eine kritische, wenn auch aufgrund der schon artikulierten Nachfrage grundsätzlich belastbare Gegenfinanzierung" darstellen würden.

Mehrheitlich befürwortete der Rat die Offenlage der Flächennutzungsplanänderung, um den Sportpark Friedrichsfeld Wirklichkeit werden zu lassen. Christian Garden von der Wählergemeinschaft Voerde kritisierte erneut, dass von der Verwaltung der Standort Babcockwald favorisiert und deshalb die Alternativstandorte nicht sachgerecht geprüft worden seien. Ähnlich sah es auch Holger Mrosek von den Grünen, für den eine Teilverlagerung sowie die Renovierung einer vorhandenen Sportfläche eine Alternative darstellen würden.

(RP)