Dinslaken: Haus seit Wochen ohne Heizung: Mieter frieren

Dinslaken : Haus seit Wochen ohne Heizung: Mieter frieren

Weil der Vermieter die Nebenkosten für den Strom im Hausflur nicht überwiesen hat, haben die Stadtwerke dort den Strom abgedreht. Damit ist auch der Heizkessel für das Mehrfamilienhaus außer Betrieb.

Es ist eiskalt in der Wohnung der Familie Dutar und man mag sich gar nicht vorstellen, wie es jüngst in der ersten Frostnacht war. Seit drei Wochen hat das gesamte Haus an der Hochstraße in Hiesfeld keine Heizung mehr: Neun Parteien, darunter sechs Kinder. Grund: Der Vermieter hat den Stadtwerken die Nebenkosten für den Strom im Hausflur nicht überwiesen. Die Stadtwerke stellten daraufhin den Strom im Hausflur ab. Und weil der Heizkessel am Stromkreislauf im Hausflur hängt, ist es seitdem kalt.

Der Vermieter, ein Privatmann aus Duisburg, schuldet den Stadtwerken Dinslaken für die Hausbeleuchtung 1150 Euro. Im Nachbarhaus, das ihm ebenfalls gehört, sind nach Angaben der Stadtwerke 2500 Euro angelaufen. Die dortigen Mieter haben den Vermieter eine Abtretungserklärung unterzeichnen lassen. Das bedeutet, dass die Mieter einen Teil der Miete einbehalten und an die Stadtwerke statt an den Vermieter zahlen. Sobald das Geld fließt, wird der Strom wieder angeschaltet, die Schulden so nach und nach beglichen. Eine solche Erklärung, so Stadtwerke-Sprecher Wolfgang Kammann, müsste auch die Hausgemeinschaft der Nummer 51 den Stadtwerken zukommen lassen. Das Problem: "Alle hier im Haus bekommen erst am 15. November Gehalt", sagt Hasina Dutar. Von den Stadtwerken habe sie die Auskunft erhalten, dass der Strom erst wieder angestellt werde, wenn auch Geld fließe. "So seien eben die Gesetze", habe man ihr gesagt. Auch Wolfgang Kammann konnte gestern nicht zusagen, dass die Sperre vorzeitig aufgehoben wird, sobald die Abtretungserklärung vorliege: "Das entscheidet die Mahnabteilung."

Die Mutter zweier Kinder ist empört. "Wir müssen frieren", sagt sie, "obwohl wir das Geld ja bezahlt haben." Viele Bewohner des Hauses seien schon krank. "Wir laufen hier mit Mänteln und Mützen rum", sagt sie. Die Wohnungen sind komplett gefliest - ohne Heizung also umso kühler. Tagsüber ginge es noch, aber "abends fühle ich mich, als stünden Couch und Fernseher draußen". Die Mahnungen der Stadtwerke seien allesamt an den Vermieter gegangen, sagt sie.

Erst kurz bevor der Strom abgestellt wurde, seien die Mieter informiert worden. Der Vermieter habe zugesagt, das zu regeln.

Für die Dutars ist die Kälte doppelt schlimm. Obwohl das ordentliche Backsteinhaus erst 16 Jahre alt ist, ist in den Kinderzimmern im Souterrain Schimmel an den Wänden. Vermutlich ein Baufehler, habe eine Gutachterin gesagt. Auch die anderen Wohnungen im Souterrain seien betroffen.

Der Vermieter nehme sich davon nichts an. Auch beim Gesundheitsamt habe man sich "nicht verantwortlich" gefühlt. Schon lange sucht sie nach einer anderen Wohnung. "Das ist aber mit einer südländischen Herkunft schwer", sagt die Kurdin.

(aha)
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