Dinslaken: Hauptschulen in Not

Dinslaken: Hauptschulen in Not

Vor die Wahl gestellt, ihre Kinder auf die Gesamtschule oder die Hauptschule zu schicken, entscheiden sich Dinslakener Eltern häufig für die Gesamtschule, auch wenn die Kinder dafür weite Wege in Kauf nehmen müssen.

Die Voerder Gesamtschule verzeichnet für das kommende Schuljahr einen rasanten Anstieg von Neuanmeldungen aus Dinslaken. Wurden für das Schuljahr 2006/2007 lediglich vier Dinslakener Schüler an der Voerder Gesamtschule angemeldet und im Schuljahr 2007/2008 acht, sind es zum neuen Schuljahr 26. An der Hünxer Gesamtschule stieg die Zahl der Anmeldungen in diesen Schuljahren von 14 auf 20 und jetzt 21. Diese Zahlen nannte gestern das Dinslakener Rathaus auf RP-Anfrage. Für die Dinslakener Hauptschulen hat das Folgen.

Dass der allgemeine Rückgang der Schülerzahlen die Hauptschulen besonders treffen würde, war schon klar, als der Rat vor der Sommerpause den Schulentwicklungsplan beschloss. Der Plan geht allerdings noch davon aus, dass nach der Schließung der Glückauf-Hauptschule in Lohberg mit dem Schuljahr 2008/2009 zunächst "keine weiteren schulorganisatorischen Maßnahmen" — sprich: Schließungen oder Zusammenlegungen — erforderlich sein würden. Klar war den Schulpolitikern damals allerdings auch schon, dass die dem Plan zugrunde liegenden Prognosen nicht unbedingt eintreffen müssen und dass für den Fall schnell eine neue schulpolitische Diskussion ins Haus steht. Die dürfte dann wohl auch spätestens nach den Kommunalwahlen im nächsten Jahr fällig sein.

Zum Hintergrund: Die Stadt hat im Zuge der Qualitätsoffensive "Hauptschulen" des Landes kräftig in die Volksparkschule investiert und sie zu einer Ganztagsschule ausgebaut. 2,2 Millionen Euro sind in den Ausbau geflossen, das Land hat davon 1,55 Millionen bezahlt. Dahinter stand unter anderem auch die Überlegungen, dass etliche Lohberger Schüler nach Schließung der Glückauf-Schule zur Volksparkschule gehen würden. Das freilich gilt erst einmal nur für die bestehenden Klassen der Jahrgänge 9 und 10, die nach dem Ende des kommenden Schuljahrs wechseln werden.

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Bei den Neuanmeldungen allerdings sieht es so aus, als könnte die Volksparkschule — das gilt analog auch für die Hiesfelder Hauptschule im Gustav-Heinemann-Schulzentrum — nicht von der Schließung der Glückauf-Hauptschule profitieren. Offenbar ziehen viele Dinslakener Eltern die Schulform Gesamtschule den Hauptschulen vor, auch wenn sie ihren Kindern dabei lange Schulwege zumuten müssen. Denn die Dinslakener Gesamtschule bietet nicht genug Platz. Sie muss immer noch Schüler abweisen. Also melden die Eltern ihre Kinder in Voerde und Hünxe an.

Die Neuanmeldungen an den Dinslakener Hauptschulen gingen dagegen zurück. An der Hiesfelder Hauptschule wurden für das vergangenen Schuljahr 57 Schüler angemeldet, für das neue 48, an der Volksparkschule sank die Zahl von 26 auf 24. Die Zahlen für das kommenden Schuljahr liegen damit zwar sogar noch über denen, die im Schulentwicklungsplan stehen. Der ging für die Hiesfelder Hauptschule von 46 Neuanmeldungen aus, für die Volksparkschule von 20. Dennoch wird Dinslakens Politik mit Blick auf den steigenden Zustrom Dinslakener Schüler zu den Gesamtschulen der Nachbarkommunen über weitere "schulorganisatorische Maßnahmen" nachdenken müssen.

(RP)
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