Dinslaken Harsche Kritik an der Bahn

Dinslaken · Für reichlich Ärger bei den Fahrgästen sorgten die Bahn-Baustellen zwischen Oberhausen und Dinslaken. Der Fahrgastverband "Pro Bahn" fordert jetzt Konsequenzen.

 Wegen der Arbeiten der Bahn zwischen Oberhausen und Dinslaken gilt ein Baustellenfahrplan. Der enthält einige Unstimmigkeiten, wie der Fahrgastverband "Po Bahn" kritisiert.

Wegen der Arbeiten der Bahn zwischen Oberhausen und Dinslaken gilt ein Baustellenfahrplan. Der enthält einige Unstimmigkeiten, wie der Fahrgastverband "Po Bahn" kritisiert.

Foto: Jörg Kazur

Mit geharnischter Kritik an der Bahn hat sich am Wochenende der Fahrgastverband "Pro Bahn" zu Wort gemeldet. Im Gegensatz zu den Äußerungen des Bahnsprechers Kampschulte seien die Mängel im Baustellenfahrplan nicht bereits Mitte der vergangenen Woche beseitigt. Sie dauerten teilweise noch an, heißt es in einer Presseerklärung des Verbandes.

Es habe mit einer viel zu späten Veröffentlichung des am Abend startenden Ersatzfahrplans erst im Laufe des Freitags (5.August) sowohl im Internet, der Fahrplanauskunft als auch an den Bahnhöfen begonnen, so dass viele Fahrgäste absolut falsch informiert worden seien. Weiterhin hätten gedruckter Baustellenfahrplan und Fahrplanauskunft im Internet nicht übereingestimmt: im Internet hätten mehrere Züge gefehlt, stattdessen seien Züge verzeichnet gewesen, die überhaupt nicht verkehrten. Solche Fehler seien auch noch im Fahrplan für die letzte Baustellenwoche (12. bis 19. August zu finden. Ebenso seien am Oberhausener Hauptbahnhof fehlerhafte Zuganzeigen gemacht worden.

Bei den Nacht- und Frühzügen zwischen Wesel und Duisburg seien die Anschlüsse an den Regionalexpress Richtung Düsseldorf knapp verpasst worden. Da in diesen Zeiten keine Zugkreuzungen mit anderen Personenzügen vorgelegen hätten, hätten die Fahrpläne leicht angepasst werden können, meint der Fahrgastverband. Am Sonntagabend (7.August) sei einer der nur stündlich verkehrenden Züge von Oberhausen Richtung Emmerich offenbar durch fehlerhafte Disposition ausgefallen. Anstatt Informationen über Fahrgastrechte zu erhalten, seien Fahrgäste am ServicePoint im Oberhausen Hauptbahnhof abgewimmelt und auf den Zug eine Stunde später verwiesen worden. Ein Zug (Düsseldorf ab 18:25 Uhr) sei an mehreren Tagen ab Duisburg 14 bis 20 Minuten früher als im Baustellenfahrplan angegeben gefahren.

Wegen der viel zu kleinen Fahrzeuge auf den Ersatzzügen sei dann an mehreren Tagen stundenlang nur knapp ein Viertel der eigentlich bestellten Platzkapazität zwischen Oberhausen und Wesel angeboten worden. Viele Fahrgäste seien auf den Bahnsteigen zurückgeblieben, auch die folgenden Züge seien dann hoffnungslos überfüllt gewesen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hält es für völlig unangemessen, dass zwei Wochen lang tagsüber zwischen Wesel und Oberhausen nur ein Zug pro Stunde angeboten werde, der auch wesentlich schlechtere Anschlüsse in Oberhausen und Wesel habe. Offensichtlich habe die DB hier dem Güterverkehr massiv Vorrang eingeräumt, sie teste offenbar aus, was sie den Fahrgästen an der Strecke zumuten könne. Da auf der Hollandstrecke in den nächsten Jahren immer wieder mit größeren Bauarbeiten — Stichwort: Betuwe-Ausbau — zu rechnen sei, müsse dringend ein Mindeststandard für die Nahverkehrsbedienung festgelegt werden, der zwischen Oberhausen und Wesel tagsüber mehr als einen Zug pro Stunde umfassen müsse. Pro Bahn fordert daher die Abgeordneten in Bund, Land und den VRR-Gremien auf, aktiv zu werden.

(RP)
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