Dinslaken: Harmonisches Experiment begeistert

Dinslaken: Harmonisches Experiment begeistert

Mandolinenorchester und Chor geben gemeinsames Konzert in der Heilig-Geist-Kirche.

"Harmony trifft Harmonie" hieß es in der voll besetzten Heilig Geist-Kirche in Hiesfeld. Der Chor Voices of Harmony unte Leitung von Stella Seitz und Michael Lex und das Mandolinenorchester "Harmonie" Barmingholten 1931 (Leitung Michael Jakob) hatten ein musikalisches Experiment gewagt und erstmalig in dieser Konstellation ein gemeinsames Konzert organisiert. Und das konnte sich hören lassen. Denn nicht nur in den Namen von Chor und Orchester steckt Harmonie, sondern auch in ihren gut ausgewählten musikalischen Darbietungen.

Mit der "Sonata III - a grande Orchestre" eröffnete das Mandolinenorchester das Konzert. Ein andächtig-majestätisches Grazioso bettete sich in ein leichtes Allegro und Allegretto. Die Voices of Harmony meldeten sich mit einem kraftvollen "Now let us sing" und dem ruhigen, hoffnungsvollen "Christ be with me" zu Wort. Ein stimmungsvoller Auftakt, der dem Motto des Programms - "Gospel und mehr" - bereits voll und ganz gerecht wurde. Das galt auch für die anderen Darbietungen, ganz gleich, ob es reine Gesangs- oder Instrumentalstücke waren oder Chor und Orchester gemeinsam musizierten.

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Die Harmonie war in den Interpretationen stets zu hören. Etwa bei "Amazing Grace": Gesang und Musik sind gut aufeinander eingestellt, ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Doch auch in ihren einzelnen Interpretationen konnten die Akteure überzeugen. Besonders stimmungsvoll war "A Whiter Shade of Pale". Die sanfte, gefühlvolle Musik des Klassikers von Procul Harum passte perfekt zur Intonation der Mandolinen und Gitarren, perlte von den Saiten und nahm die Zuhörer gefangen. Dass die Musiker auf ihren Instrumenten nicht nur leise Töne anschlagen können, zeigten sie mit einem heiter lässigen "Rag of Rags".

Lässig im Jazzstil sangen ebenso die Voices of Harmony bei "Sanctus und Benedictus" und "Kyrie" aus "A little Jazz Mass" von Bob Chilcott. Bewegend und eindringlich war die Interpretation von "Look at the World", mit welcher der Chor an die wesentlichen Dinge im Leben erinnerte und nachdenklich stimmte. Die Kirchenglocken läuteten gegen 18 Uhr das große Finale ein: Chor und Orchester gaben "Hail Holy Queen" aus "Sister Act" zum Besten. Ein mitreißender Schlussakkord, der bei den Zuhörern sehr gut ankam: Lang anhaltender Applaus, der in rhythmisches Klatschen überging. Mit einer Zugabe endete das erste Konzert der Harmonien, das hoffentlich nicht die letzte musikalische Kooperation bleiben wird.

(RP)
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