Handelsverband: Innenstadt von Dinslaken entwickelt sich positiv

Lob für Umgestaltung von Bahnstraße und Rutenwall : Handelsverband fordert: Steuern runter

Jahresumfrage: Dinslakener Innenstadt entwickelt sich positiv, Neutor-Galerie setzt Akzente.

Positiv bewertet der Handelsverband Niederrhein in seiner Jahresumfrage die Entwicklungen in der Dinslakener Innenstadt. Gleichzeitig regt der Verband an, die Grund- und Gewerbesteuern in Dinslaken zu senken. Die Stadtentwicklung habe Formen angenommen. Die Neutor-Galerie habe in den vier Jahren ihres Bestehens in Dinslaken einen „innerstädtischen Akzent“ gesetzt. Auch die Umgestaltungen im Bereich Bahnstraße, Neutor und Rutenwall hebt der Handelsverband positiv hervor. Die Umgestaltung des Bahnhofsbereichs „sollte umgesetzt werden“. Dies sei „schließlich die Willkommensbotschaft der Stadt“.

Gleichzeitig fordert der Handelsverband mehr Investitionen aus dem privaten Sektor sowie „marktgerechtere“, größere Verkaufsflächen. Diese werden oftmals von Ladenketten gefordert. Dafür könnten kleinere Verkaufsflächen zusammengelegt werden, so der Verband: „Ein Dinslakener Dauerbrenner wären die nicht wirklich besucherfreundlichen Passagen an der Neustraße.“

Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft liege in Dinslaken mit 7116 Euro pro Kopf (Voerde: 6650 Europro Kopf) über dem Bundesdurchschnitt. „Sie muss nur vor Ort gebunden werden“, so Joachim Vogel, Vorstandsmitglied im Verband: „Die Nähe zu den Oberzentren Oberhausen und Duisburg ist für Dinslaken nicht zu unterschätzen.“ Die Altstadt mit ihrem Flair müsse ebenfalls weiter entwickelt werden.

Dass sich das Parkplatz-Angebot durch die Neutor-Galerie und die Sanierung der Tiefgarage am Rathaus vergrößert habe, bewertet der Verband positiv. Es gehöre aber „zum Pflichtpaket eines funktionierenden Mittelzentrums, ein Park-Leit-System vorzuhalten“, wie Andreas Eickhoff, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins und Beiratsmitglied im Handelsverband, anführt. Dadurch könnten auch „unnötige Park-Such-Verkehre“ vermieden werden. Die Parkgebührenzeiten leicht einzuschränken, wie es das Parkraumkonzept vorsieht, sei richtig.

Eine klare Position beziehen die Verbandsvertreter in Sachen Steuer- und Abgabenquote und regen an, die Grund- und Gewerbesteuer zu senken. „Steuern und Abgaben entziehen dem Bürger Kaufkraft, die er besser in seiner Ausgabenhoheit haben sollte,“ so Vogel. Dinslaken befinde sich in einem starken Wettbewerb zu seinen Nachbarkommunen und müsse als Wohn- und Einkaufsstadt attraktiv für Bürger, Neubürger oder Gewerbetreibende sein. „Es wird Zeit, dass der Dinslakener in Zeiten sprudelnder Steuerquellen wieder entlastet wird“, so die Verbandsvertreter.

In wenigen Städten des Verbandsgebietes lägen Gewerbegebiete und Innenstadthandel so nah beieinander wie in Dinslaken, so Eickhoff mit Blick auf das Gewerbegebiet Mitte.

Hier böte sich an, die begonnene Vernetzung zu vertiefen und – in Abstimmung mit dem Cityhandel und unter Berücksichtigung des Einzelhandelskonzeptes – „fachmarktorientierte Ansiedlungen“ anzudenken.

Dazu sollte auch die Verkehrsanbindung in Richtung Innenstadt optimiert werden. Die Kreuzungsbereiche Hans-Böckler-/Karl-Heinz-Klingen-Straße beziehungsweise Hans-Böckler-Straße/Hünxer Straße seien hoher Verkehrsbelastung ausgesetzt. Eickhoff wiederholt den Wunsch nach einem Kreisverkehr an dieser Stelle. Natürlich, so Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, sollte keine Konkurrenz zum Einzelhandel in der Innenstadt entstehen.

Aber Dinslaken habe in den vergangenen Jahren, so „weh“ dies tue, an Handelszentralität verloren. Mit einer leichten Steigerung der Zentralitätsquote von 90,5 (2015) auf 96,7 (2018) sei ein positiver Trend zu verzeichnen.

Wilhelm Bommann stellte dazu fest: „Unser Ziel für Dinslaken ist eine Zentralitätsquote von über 100. Diese Größe entspricht unserem mittelzentralen Anspruch für die Stadt.“

Mit Blick auf die Stadtteile sei es wichtig, die hohe Qualität des „attraktiven Wohn- und Einkaufsstandorts“ Hiesfeld zu erhalten. Auch die Diskussion um das ehemalige Zechengelände verfolge der Handelsverband.

(aha)