Dinslaken: Handel wartet auf neues Bahnhofsumfeld

Dinslaken: Handel wartet auf neues Bahnhofsumfeld

Der Handelsverband Niederrhein hat neue Zahlen und Daten zur Entwicklung in den einzelenen Städten bekannt gegeben und attestiert Dinslaken einen beachtlichen Schritt nach vorn. Dennoch bleibt noch einiges zu tun.

"Die Stadtentwicklung in Dinslaken hat Formen angenommen", schreibt der Handelsverband in seiner Presseerklärung. Gut drei Jahre nach Eröffnung der Neutor- Galerie könne man konstatieren, dass Dinslaken einen neuen innerstädtischen Magneten bekommen hat. Auch die Umgestaltungen im Bereich Bahnstraße, Neutor, Neutorplatz und Rutenwall hätten städtebauliche Akzente gesetzt, so dass sich Dinslaken verbessert aufgestellt hat. Immer wieder müsse man sich die innerstädtischen Verbindungen vor Augen halten, um das städtebauliche Ensemble im Gesamten zu fördern. Auch wenn die Pläne umstritten sind und ein Bürgerbegehren gegen sie läuft, sieht der Verband es als notwendig an, dass die neugestaltung des Bahnhofsbereichs und seines Umfelds nun folgen muss. Die Pläne, so heißt es in der Erklärung, "sollten zeitnah umgesetzt werden". Dies sei, so die Verbandsvertreter, schließlich die Willkommensbotschaft der Stadt.

Joachim Vogel, Dinslakener Händler und Vorstandsmitglied im Verband: "Die Nähe zu den Oberzentren Oberhausen und Duisburg ist für Dinslaken nicht zu unterschätzen. Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft ist da und liegt aktuell bei 102,9. Damit liegt sie über dem Bundesdurchschnitt. Sie muss nur vor Ort gebunden werden." Am neuen Einkaufsmagneten mit seinem engagierten Centermanagement, welches sich in die gesamtstädtische Marketingstrategie einbringe, partizipierten auch die Einzelhändler der City, so erklärte Vogel weiter.

Auch die Weiterentwicklung des Altstadtbereiches, der die historische Komponente einer positiven Stadtentwicklung bilde und das Flair, das dieses Quartier ausstrahle, müsse nach wie vor im Focus liegen, so Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Mit der Neutor-Galerie seien in Dinslaken rund 400 wichtige Einstellplätze hinzugekommen. "Erfreulich ist auch, dass seit Dezember des vergangenen Jahres wieder weitere 234 Stellplätze zur Verfügung stehen", so Bommann. Mit der Tiefgarage unter dem Stadtpark sei den Besuchern der Stadt wieder eine citynahe Parkmöglichkeit gegeben, was insbesondere das Altstadtquartier befruchten dürfte, so der Hauptgeschäftsführer.

"Es ist nicht so, dass keine Verbesserungen mehr möglich wären." Immerhin gehöre es zum Pflichtpaket eines funktionierenden Mittelzentrums, ein Park-Leit-System vorzuhalten, wie Andreas Eickhoff, Beiratsmitglied im Handelsverband, erklärte. Ein solches System wäre nicht nur ein Orientierungsvorteil, sondern es könnten auch unnötige Park-Such-Verkehre vermieden werden.

Eine klare Position beziehen die Verbandsvertreter in Sachen Steuer- und Abgabenerhöhungen. Ob Grund- oder Gewerbesteuererhöhungen oder ein Drehen an der Parkgebührenschraube, alles dies entzöge dem Bürger Kaufkraft, die er besser in seiner Ausgabenhoheit haben sollte, so Vogel.

Dinslaken befände sich in einem starken Wettbewerb zu seinen Nachbarkommunen und müsse als Wohn- und Einkaufsstadt attraktiv für Bürger, Neubürger oder Gewerbetreibende sein. In wenigen Städten des Verbandsgebietes lägen Gewerbegebiete und Innenstadthandel so nah beieinander, so Eickhoff. Hier böte sich an, die begonnene Vernetzung zu vertiefen und in Abstimmung mit dem Cityhandel und unter Berücksichtigung des Einzelhandelskonzeptes fachmarktorientierte Ansiedlungen anzudenken. Dazu würde auch gehören, dass die Verkehrsanbindung in Richtung Innenstadt optimiert werden müsste. Man könne täglich sehen, welcher Verkehrsbelastung der Kreuzungsbereich von Hans-Böckler-, Karl-Heinz-Klingen und Hünxer Straße ausgesetzt sei.

"Wir könnten uns vorstellen, dass dort ein Kreisverkehr positive Auswirkungen hat", so Eickhoff. Die Verbandsvertreter erinnerten in diesem Zusammenhang an frühere Pläne, dort eine solche Regelung zu installieren. Erst so, so meinen sie, könnten sich die beiden "Magnete Gewerbegebiet und Innenstadt anziehen und nicht "abstoßen".

Sicherlich wäre, so Bommann, darauf zu achten, dass sich keine Konkurrenzsituation zum Einzelhandel in der Innenstadt auftäte. Aber Dinslaken habe in den vergangenen Jahren, so weh dies täte, an Handelszentralität verloren. Aber mit einer leichten Steigerung der Zentralitätsquote von 90,5 (2015), 93,7 (2016) auf 95,6 (2017) könnte inzwischen eine Trendwende zum Positiven ausgelöst worden sein.

Bommann: "Unser Ziel für Dinslaken ist eine Zentralitätsquote von über 100. Diese Größe entspricht unserem mittelzentralen Anspruch für die Stadt."

Auch die Stadtteile hat der handelsverband im Blick. Hiesfeld sei ein attraktiver Wohn- und Einkaufsstandort. Es gelte, die hohe Qualität dieses Quartiers zu erhalten. "Wir freuen uns, dass sich der Nahversorger in der Mitte von Hiesfeld etabliert hat."

Die Bauaktivitäten in der Nähe des Jahnplatzes seien abgeschlossen und der Neubau von Kiosk und Bürgerbüro sei ein Beitrag zur Stärkung des Stadtteilzentrums Hiesfeld. "Auch Dank des ehrenamtlichen Engagements der dortigen Werbegemeinschaft ist es immer wieder möglich, den Stadtteil Hiesfeld positiv in Szene zu setzen", so Bommann.

(RP)