Voerde: Häfen kooperieren bald beim Marketing

Voerde : Häfen kooperieren bald beim Marketing

"Gemeinsam sind wir stärker" - auf dieses Leitmotiv ließe sich kurz gefasst der Plan bringen, den die DeltaPort GmbH & Co. KG (Rhein-Lippe Hafen, Stadthafen Wesel, Hafen Voerde-Emmelsum), die Port Emmerich GmbH (Hafen Emmerich) und die Niag (Rheinhafen Orsoy) anstreben: Die drei Hafengesellschaften wollen eine gemeinsame Marketinggesellschaft gründen.

"Gemeinsam sind wir stärker" - auf dieses Leitmotiv ließe sich kurz gefasst der Plan bringen, den die DeltaPort GmbH & Co. KG (Rhein-Lippe Hafen, Stadthafen Wesel, Hafen Voerde-Emmelsum), die Port Emmerich GmbH (Hafen Emmerich) und die Niag (Rheinhafen Orsoy) anstreben: Die drei Hafengesellschaften wollen eine gemeinsame Marketinggesellschaft gründen.

Vor einem Jahr hatten Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung von DeltaPort die Geschäftsführung beauftragt, gemeinsam mit dem Hafen Emmerich die Ausgestaltung einer Standortmarketinggesellschaft zu entwickeln. Im Zuge der Beratungen in den Gremien sei der Kreis der Beteiligten dann um den Niag-Hafen Orsoy erweitert worden, der ebenfalls großes Interesse an einem gemeinsamen Marketing angemeldet habe, wie es in der Vorlage der Voerder Verwaltung heißt. Als "Delta Port Niederrheinhäfen GmbH" soll ab 2018 in Sachen Marketing kooperiert werden.

Aufgrund der "Marktdominanz" der drei großen Häfen Köln, Neuss-Düsseldorf und Duisburg halten die drei niederrheinischen Häfen eine gemeinsame Vorgehensweise ihrerseits für notwendig, um am Markt stärker wahrgenommen zu werden und um sich weitere Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen. Neben den großen, rheinaufwärts gelegenen Hafenstandorten gerieten die drei Niederrheinhäfen "regelmäßig in den Hintergrund der Wahrnehmung am Markt", mögliche Kunden würden deren Struktur und Leistungspotenziale selten im Detail kennen.

Folge: Logistikgeschäfte gingen oft direkt in die großen Häfen, obwohl die drei Standorte am Niederrhein "diese ebenso gut oder sogar besser abwickeln könnten". Als Standortvorteile werden insbesondere die "optimale Verkehrsanbindung außerhalb der Staugebiete im Ballungsraum Ruhrgebiet", ihre "Flächenpotenziale" und ihr "Leistungsportfolio" genannt. Mögliche Kunden müssten hier verstärkt angesprochen werden.

Die zu optimierende Wahrnehmung am Markt ist nicht das einzige Argument, das für ein gemeinsames Vorgehen spreche. Derzeit sei bei DeltaPort der Anteil von Massengut "überproportional hoch" - sollte ein Teil dieses Materialumschlages wegfallen, wäre die Erlössituation "starken Schwankungen" unterworfen. Gleichzeitig sei davon auszugehen, dass in nächster Zeit vermehrt Güter, auch Massengut, in standardisierten Behältnissen transportiert werden - mit der Folge, dass der Anteil am offenen Massengutumschlag weiter sinke. Hier müssten entsprechende "zukunftsträchtige" Umschlaggeschäfte generiert werden. Dies gelte im Besonderen auch für den Niag-Hafen Orsoy, "dessen Geschäftstätigkeit derzeit ausschließlich auf den Umschlag von Importkohle ausgerichtet" sei.

Ein anderer Grund für die angestrebte Kooperation ist eine weitere Konkurrenzsituation. Die Niederrheinhäfen erkennen laut eigener Aussage, dass in den nächsten Jahren große Industriebrachflächen einer neuen, auch gewerblichen Nutzung zugeführt würden. Man rechne damit, dass die Preisstruktur für zu erzielende Erlöse aus der Flächenvermarktung nach unten gedrückt werden. "Daher ist eine intensive Vermarktungsstrategie geboten, um einen zeitnahen Flächenabsatz zu ermöglichen."

Die gemeinsame Marketinggesellschaft der drei Häfen mit Firmensitz in Wesel soll für Folgendes zuständig sein: Messe- und Kongressauftritte, Kundenveranstaltungen, Medienpräsenz, Nutzung sozialer Netzwerke und einen gemeinsamen Webauftritt. Auch soll ein Imagefilm mit individuellen Modulen der Häfen erstellt werden.

(P.K.)
Mehr von RP ONLINE