Voerde: Gymnasium Voerde will Unterricht im grünen Klassenzimmer

Voerde : Gymnasium Voerde will Unterricht im grünen Klassenzimmer

Der Schulgarten soll mit Hilfe von Sponsorengeldern umgebaut werden. Eltern haben angeboten, bei der Pflege zu helfen.

Die rote Holztür neben der Hausmeisterwohnung am Gymnasium Voerde sieht gefährlich nach verbotenem Terrain aus. Viele Schüler glauben, dahinter liege der private Garten des Hausmeisters, berichtet Biolehrer Gregor Fest, und waren daher noch nie in dem grünen Idyll. Dabei handelt es sich aber nicht etwa um das grüne Refugium des Hausmeisters, sondern um den ganz offiziellen Schulgarten. Und bald noch mehr als das. Wenn das GV im nächsten Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, soll nicht nur der Garten blühen - sondern hier soll dann auch ein "Grünes Klassenzimmer" eingerichtet sein.

Eine Kräuterspirale empfängt diejenigen, die sich doch durch die Holztür trauen, weiter geht es mit einem Teich, auf dem Seerosen wachsen und den hochgewachsener Bambus flankiert. Auf der anderen Seite könnten mehrere Hochbeete noch mehr Grün vertragen. Im Frühjahr haben Schüler innerhalb einer Projektwoche mit viel Mühe das Gelände hergerichtet, den Bambus gepflanzt, eine alte Pergola - trotz der Rose, die dort laut Gregor Fest wuchs - abgerissen. Denn an dieser Stelle soll das grüne Klassenzimmer entstehen. Gregor Fest, Schulleiter Gerd Kube und Bettina ter Schmitten von der Schulpflegschaft stellen die Idee vor: Zwei Sichtschutzzäune sollen den Raum abteilen, eine Tafel könnte installiert werden. Ob feste oder mobile Stühle, Tische oder keine, darüber muss noch beraten werden.

Fest steht aber schon, dass die Allianz Umweltstiftung über das Projekt "Blauer Adler" 2500 Euro Fördergeld bewilligt hat. Nun muss die Schule nur noch jemanden finden, der hilft, das Areal auszukoffern, dann kann die Planung nach den Ferien konkretisiert werden. Neben dem Biologieunterricht könnte sich Fest hier auch Kunst- oder Deutschunterricht vorstellen. Wo könnte man Schülern etwa romantische Dichtung schöner vermitteln?

Helmut Schürken, langjähriger Biologielehrer am GV und Vorgänger von Gregor Fest, hat den Schulgarten eingerichtet - unter anderem. Der engagierte Lehrer, der gleichermaßen mit handwerklichem Geschick und grünem Daumen ausgestattet war, hat viele Oasen auf dem weitläufigen Schulgelände gebaut, geprägt und gepflegt. Seit einem Jahr nun ist Schürken im Ruhestand und die Schule bemüht sich, sein Erbe zu pflegen. Denn die Stadt Voerde pflegt vor allem die schulischen Grünanlagen, die sie selbst angelegt hat, holt allerdings bei Bedarf Grünschnitt auch von anderen Pflegemaßnahmen ab.

Als Gerd Kube davon der Schulpflegschaft berichtete, boten einige Eltern spontan ihre Hilfe bei der Pflege des Grüns an. "Natürlich können wir die Eltern nicht verpflichten, sich im Rahmen einer AG dauerhaft zu engagieren", sagt Kube. Aber vielleicht könnte die Schule zwei freiwillige Schulgartenaufräumtage im Jahr veranstalten, schlugen die Eltern vor. Bei der Gelegenheit könnten sie sich auch um die drei kleinen grünen Innenhöfe der Schule kümmern: Der "Kunst"-Innenhof wird von einem riesigen Blauregen auf einem Spalier umrahmt. Den Schüler-Innenhof haben die Kinder selbst gestaltet. Hier überspannt eine vom SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Ulrich Krüger spendierte Brücke einen winzigen Teich, ein Draht-Insekt ist neben vielen echten ins Insektenhotel eingezogen und derzeit bauen die Schüler Säulen, die von Kunstwerken gekrönt werden.

(aha)