Gilde Mehrum hat sich via Facebook an die Besucher gewandt, die ihren Abfall liegenlassen

Ständiger Ärger : Besucher verdrecken Rheinufer mit Müll

Die Gilde Mehrum hat sich via Facebook an die Besucher gewandt, die ihren Abfall einfach liegenlassen.

Wenn sich das Wetter nach dem Winter wieder von seiner wärmeren und sonnigeren Seite zeigt, wird auch der Rhein in Voerde zu einem beliebten Ausflugsziel. Und dann richtet sich mancher gerne mit Proviant im Schlepptau häuslich am Flussufer ein. So weit, so gut – wäre da nicht das Problem, dass einige Besucher im wahrsten Sinne des Wortes unliebsame Spuren hinterlassen. Da kann es passieren, dass der Abfall in Säcke gestopft und zusammen mit leeren Bierflaschen einfach vor einen der kleinen Mülleimer gestellt wird, den die Stadt etwa am Deichaufgang „Waterweg“ installiert hat.

Darüber befindet sich der Spender mit Hundekotbeuteln, die nach Benutzung gleich im Abfallbehälter entsorgt werden können. Der einfach abgelegte Unrat hat die Gilde Mehrum Anfang Mai zu einem Aufruf über Facebook veranlasst. In dem Post wendet sie sich mit freundlichen, aber auch sehr deutlichen Worten an die „Mehrum- und Rheindörfer-Besucher“: „Jedes schöne Wochenende das Gleiche: Ihr kommt in unsere Dörfer, ihr genießt die Natur in unseren Reinauen! Ihr legt zig Kilometer zurück, um eine entspannte Zeit in unserer Gegend zu haben. Alles kein Problem, ihr denkt ja sogar mit, bringt eigene Müllbeutel mit! Chapeau! Aber ihr legt euren Müll jedes schöne Wochenende vor den Hundekotbehältern ab. Wer lesen kann, ist eindeutig im Vorteil!“

Die hinzu gefügten Fotos zeigen die Mülltüten in noch nicht zerfetztem Zustand. Heiko Herbstsommer, Vorsitzender der Gilde Mehrum, hat ältere Aufnahmen, die genau diesen Zustand dokumentieren. „Die Krähen nehmen das auseinander“, berichtet er. Und so verteilt sich der Abfall dann mit dem Wind in der Umgebung. Auf diesen Punkt macht die Gilde Mehrum auch in ihrem Appell via Facebook aufmerksam: „Vögel, Hunde, Ratten und anderes Gedöns lieben euren Wohlstands-Fastfood und haben überhaupt kein Problem, Müllbeutel aufzureißen.“ Außerdem bestehe die Gefahr, dass Plastik im Magen der am Rhein weidenden Schafe oder im Umfeld lebenden Wildtiere lande. Die Botschaft an diejenigen, die ihren Unrat nach ihrem Rhein-Besuch hinterlassen, ist unmissverständlich: Sie sollen ihren Abfall mitnehmen und zu Hause im eigenen Müll entsorgen.

Wie Heiko Herbstsommer von der Gilde Mehrum sieht Deichgräf Ingo Hülser die Hauptverursacher unter den Anglern – wobei er betont, dass das dies nicht für alle gelte – und macht dies auch an gefundenen Dosen fest, deren Inhalt wie Mais, Erbsen oder Maden als Köder dienten. Diejenigen, die zum Angeln an den Rhein führen, seien vorwiegend Auswärtige, sagt Hülser und verweist wie Herbstsommer auf die Kennzeichen der geparkten Autos.

Angesichts all des Equipments, das mitgeschleppt werde, kann der Deichgräf nicht verstehen, warum einige es nicht schaffen, auch den von ihnen produzierten Müll wieder mit zu ihren Fahrzeugen zurück zu nehmen. Im schlechtesten Fall bliebe der am Rheinufer liegen und wird dann weggeschwemmt oder werde auf dem Rückweg in die Natur geworfen.

Für die Stadt Voerde stellt gerade an den sommerlichen Wochenenden der hinterlassene Müll ein „großes Problem dar“, wie der Erste Beigeordnete und Ordnungsdezernent, Wilfried Limke, auf Nachfrage erklärt. Da Verursacher – ihnen droht ihm zufolge eine Geldbuße von bis zu 510 Euro – „eher nicht zu finden“ seien, bleibe der Stadt die Beseitigung.

Die Leerung der Müllbehälter und des sonst abgelegten Mülls geschehe in der Regel wöchentlich. „Bei gutem Wetter an den Wochenenden kontrollieren wir montags zusätzlich“, sagt Limke. Im „Rahmen der vorhandenen Ressourcen/Möglichkeiten“ sei die Stadt am Wochenende zwecks Kontrolle oder Aufklärung am Rhein unterwegs.

(P.K.)
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