Geschichten von Vielfalt und echte Begegnungen in Voerde

Engel der Kulturen : Geschichten von Vielfalt und echte Begegnungen in Voerde

Der „Engel der Kulturen“ ist in Voerde richtig aktiv. Am heutigen Montagabend um 18 Uhr gibt es im Rahmen dieses Kunst- und Kulturprojektes einen bunten Lese- und Erzählabend unter dem Motto „Geschichten und Gedichte zum Zusammenleben in Vielfalt“.

Dabei werden selbst aufs Papier gebrachte Geschichten, Gedichte oder Gedanken von Menschen aus Voerde vorgelesen. Die Texte thematisieren Erfahrungen, die im Kontakt mit Personen anderer Herkunft, Kultur oder Religion gesammelt wurden, oder skizzieren persönliche Gedanken zur Situation der Zuwanderung.

In einem Videozusammenschnitt erzählen Neuzugewanderte in Voerde von ihren ersten Eindrücken von Deutschland, deutschen Bürgern oder Traditionen sowie über Schwierigkeiten, Problemlagen und positive Erfahrungen.

Jeder kann vorbeikommen. Um 18 Uhr geht es los in der Stadtbücherei Voerde, Im Osterfeld 22. Wer sich nach den Beiträgen noch austauschen mag, kann anschließend in der Runde Gedanken und Erfahrungen miteinander teilen.

Der „Engel der Kulturen“ sorgt außerdem für weitere Begegnung zwischen den Religionen. So haben sich, organisiert von den Frauenhilfen Spellen und Friedrichsfeld, rund 50 Frauen aufgemacht, um die Einladung des Türkischen Kulturvereins zum Besuch der neu errichteten Moschee in Möllen wahrzunehmen. Sie wurden von Hasan Gördü begrüßt mit Worten des Propheten Mohammed: „Der Weg zum Paradies führt unter den Füßen der Mütter“ und: „Wer ein Mädchen bildet, dem soll der Weg zum Paradies geebnet sein.“ Und nicht zuletzt wurde aus dem Koran zitiert: „Wir haben euch in verschiedenen Sprachen, Farben und Fähigkeiten erschaffen, damit ihr einander kennenlernt.“ Warum braucht die Türkische Gemeinde eine neue und solch große Moschee mit Sozialgebäude? Diese Frage beantwortete Gördü: Der Zustand der jetzigen Moschee ist schlecht, sie ist marode und genügt den Bedürfnissen der inzwischen in der vierten Generation lebenden Muslimen nicht mehr. „Heimat“, sagte er, „ist dort, wo ich auch religiös angekommen bin.“

Dazu gehöre neben der Gebets­stätte auch die Möglichkeit, in Würde beigesetzt zu werden. Deswegen ist die Einrichtung eines Raums zur Totenwaschung von großer Bedeutung. Kinder sollten Räumlichkeiten zum Unterricht und zur Freizeitgestaltung bekommen. Außerdem wird es einen großen Raum für Zusammenkünfte und Feiern geben, der auch der Allgemeinheit zur Verfügung stehen soll.

In der Gebetsstätte selbst beantwortete Gördü Fragen zu Religion und Kultur, die die Frauen stellten. Er wies außerdem auf viele Gemeinsamkeiten mit dem christlichen Glauben hin. so werden Jesus als Prophet Isa und Maria als seine Mutter als wichtige religiöse Gestalten im Islam verehrt.

(RP)
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