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Dinslaken: Gerangel um Lebensmittelmarkt

Dinslaken : Gerangel um Lebensmittelmarkt

Der Rat hat die Entscheidung über die Ansiedlung von Lebensmittelmärkten im geplanten neuen Einkaufszentrum und auf dem ehemaligen Gelände von Thyssen Bausysteme vertagt. Und jetzt?

Vor einer Entscheidung will die Politik gemeinsam mit der Verwaltung noch einmal mit den beiden Investoren Walter Hellmich (Einkaufszentrum Neutor-Galerie) und Heinrich Hellmich (Thyssen-Gelände) suchen. Was aber will sie besprechen?

 Eine Ansiedlung auf dem Thyssen-Gelände könnte Edeka an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße gefährden.
Eine Ansiedlung auf dem Thyssen-Gelände könnte Edeka an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße gefährden. Foto: Kazur, Jörg

Die Ausgangslage Walter Hellmich soll einen Lebensmittelvollsortimenter in die Neutor-Galerie holen. Das kann er aber nicht, so hat er klar gemacht und vom Interessenten Kaisers Tengelmann auch schriftlich bestätigt bekommen, solange dem die Konkurrenz auf dem Thyssen-Gelände droht. Die Stadt hält den Lebensmittelanbieter im neuen Einkaufszentrum aber zur Sicherung der Nahversorgung der Innenstadt für unverzichtbar.

 Eine alte Werkshalle auf dem ehemaligen Thyssen-Gelände: Investor Heinrich Hellmich möchte auf der Industriebrache Lebensmittelhandel ansiedeln.
Eine alte Werkshalle auf dem ehemaligen Thyssen-Gelände: Investor Heinrich Hellmich möchte auf der Industriebrache Lebensmittelhandel ansiedeln. Foto: Büttner

Das hat auch die Politik bislang so gesehen. Heinrich Hellmich will einen Lebensmittelanbieter mit einer Fläche von 2500 Quadratmeter auf dem Thyssen-Gelände ansiedeln, wähnte sich darüber mit der Stadt einig und hat nach eigenen Angaben bereits über 700 000 Euro in das Vorhaben investiert.

Szenario 1 Eigentlich können beide Investoren nicht hinter ihre bisherige Argumentation zurück. Somit ist wahrscheinlich, dass sie kompromisslos bei ihren Positionen bleiben. Die Politik muss sich zwischen einem von beiden entscheiden. Nach Lage der Dinge und der Vorgeschichte des neuen Einkaufszentrums könnte sie eigentlich nicht anders, als im Sinne der Neutor-Galerie zu votieren und den Lebensmittelhandel auf dem Thyssen-Areal zu stoppen.

  • Dinslaken : Die Sicht des Handels
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Szenario 2 Kaisers will in die Neutor-Galerie unter anderem mit der Begründung, dass dann der Markt in Hiesfeld wirtschaftlicher beliefert werden könnte. Mittelfristig ist das Unternehmen sogar auf der Suche nach einem dritten Standort in Dinslaken. Könnte dieser Standort — wenn auch kleiner als bisher angedacht — auf dem Thyssen-Gelände sein? Abgesehen davon, ob Investoren und Unternehmen mitspielen würden, spricht dagegen, dass dann der in unmittelbarer Nähe gelegene Edeka-Markt an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße, der gerade erst gerettet schien, in ernste Schwierigkeiten geraten könnte.

Szenario 3 Warum muss unbedingt ein Lebensmittelanbieter in die Neutor-Galerie? Ist es möglich die Nahversorgung der Innenstadt anders sicherzustellen, etwa mit dem Edeka-Markt am Kreisverkehr, dessen Vertrag allerdings 2014 ausläuft und der schon 2010 akut von der Schließung bedroht war? Selbst, wenn es gelänge, den Standort langfristig zu sichern, spricht gegen diese Lösung, dass Walter Hellmich erklärt, dass ein Lebensmittelanbieter für den Branchenmix im neuen Einkaufszentrum auch aus Sicht der anderen Ankermieter, die ihren Einzug davon abhängig machen, unbedingt notwendig ist.

Internet Bisherige Berichterstattung unter www.rp-online.de/dinslaken

(RP/rl)