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Geplatzte Urlaubspläne – Verbraucherzentrale Dinslaken bietet Hilfe

Verbraucherzentrale bietet Hilfe an : Geplatzte Urlaubspläne – Verbraucherzentrale bietet Hilfe

Reisen in Zeiten von Corona: Es gibt viele Probleme und viele Fragen in der derzeitigen, unsicheren Situation. Die Dinslakener Anlaufstelle der Verbraucherzentrale bereitet sich auf Beratungen zum Thema vor.

Die Anlaufstelle der Verbraucherzentrale in Dinslaken macht sich darauf gefasst, es demnächst mit mehr Anfragen zu geplatzten Urlaubsreisen zu tun zu bekommen. Nämlich dann, „wenn Stornierungsrechnungen kommen“, sagt Beraterin Karin Bordin. Ob Reisen stattfinden können oder nicht, da besteht für viele Menschen schon jetzt große Unsicherheit. So mancher Urlaub wurde nicht angetreten. Sollte der Kreis Wesel zum „Risikogebiet“ erklärt werden, macht das die Lage nicht einfacher.

Die Dinslakener Anlaufstelle der Verbraucherzentrale ist vor allem auf Pauschalreisen spezialisiert, für kompliziertere Fälle von Individualreisen hat sie einen Anwalt an der Hand. Generell seien Anfragen zu Reisen durch Corona deutlich mehr geworden, sagt Karin Bordin. „Das war vorher weniger ein Thema und ist zu einem Schwerpunkt geworden.“

Sie geht davon aus, dass sich das mit etwas Verzögerung nach den Herbstferien wieder an den Beratungszahlen zeigen wird. So sei es nämlich auch im Frühjahr gewesen, als Corona bereits eine Reisewelle stoppte. „Da kamen die Anfragen auch erst nach zwei, drei Monaten“, sagt sie.

Dabei war die Lage seinerzeit in vielen Fällen relativ klar. „Da gab es ja Reisewarnungen“, so Bordin. „Wenn eine Pauschalreise wegen einer Reisewarnung nicht stattfinden kann, dann bekommt der Verbraucher sein Geld zurück.“ Zum Problem wurde es häufiger, dass das zu lange dauerte. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Frist von zwei Wochen für die Rückzahlung. „Nach zwei Monaten war die Geduld dann aufgebraucht, und die Leute haben sich an uns gewandt.“

Jetzt im Herbst könnten viele Fälle schon komplizierter werden. Zum Beispiel, wenn der Kreis Wesel zum Risikogebiet wird und Beherbergungsverbote oder andere Bestimmungen geltend gemacht werden – Vorgaben, die entworfen, gekippt und neu ausdiskutiert wurden und werden.

„Man ja kann reisen, wenn ein negativer Test vorliegt. Das macht eine kostenfreie Stornierung schwierig“, ordnet Karin Bordin die gegenwärtige Situation ein. Die Verbraucherzentrale NRW  erklärt das Problem so: Ein Beherbergunsverbot sei letztlich gar kein Verbot, sondern „eine Pflicht zum Nachweis eines negativen Testergebnisses“,  stellt sie fest. „Daraus ergeben sich rechtliche, bislang ungeklärte Fragen.“

Nach derzeitiger Einschätzung der Verbraucherzentrale wäre eine kostebfreie Stornierung  nicht ohne weiteres möglich, wenn man mit einem negativen Corona-Test anreisen dürfte. „Unzumutbar wäre ein Festhalten am Vertrag allenfalls, wenn die Kosten für den Test im Vergleich zu den Kosten für die Unterkunft unverhältnismäßig hoch sind“, führt die Organisation aus.

Nicht mal, wenn ein ärztliches Zeugnis nicht rechtzeitig zum geplanten Reisebeginn vorläge, weil die Teststellen überlastet sind, wäre das nach Auffassung der Verbraucherschützer ein Grund, eine Reise gar nicht anzutreten. Anders sieht es aus, wenn Urlauber ihre Unterkunft einfach gar nicht erreichen oder nutzen könnten, zum Beispiel wegen eines Einreiseverbots.

Ein positives Testergebnis, das eine Reise verhindert, fällt laut Verbraucherzentrale übrigens „wie eine Erkrankung, derentwegen nicht gereist werden kann, in die Risikosphäre des Verbrauchers“.

Sinnvoll sei es bei Problemen auf jeden Fall, sich an die Unterkunft zu wenden „und sich zu erkundigen, ob eine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann. Denkbar ist eine Umbuchung auf einen anderen Termin oder doch eine kostenfreie Stornierung, da Unterkünfte in Deutschland nach wie vor sehr stark nachgefragt werden“.

Antworten auf viele weitere Corona-Verbraucher-Fragen gibt es im Internet auf www.verbraucherzentrale.nrw/corona.

(szf)