Geplantes Holz-Energiezentrum der Stadtwerke Dinslaken wirft Fragen auf

Info-Veranstaltung : Holz-Energiezentrum wirft Fragen auf

Die Stadtwerke hatten die Anwohner des Averbruchs zu einer Informationsveranstaltung über das geplante DHZ eingeladen. Alternativstandorte zur Verwirklichung des Projektes wurden geprüft.

Die Anwohner des Averbruchs, in dessen Nähe das geplante Dinslakener Holz-Energiezentrum (kurz DHE) entstehen soll, hatten Fragen, die nicht einmal warten konnten, bis Stadtwerke-Geschäftsführer Josef Kremer seinen Vortrag zum Projekt beendet hatte. Und zumindest die erste Frage, wie viele Haushalte in Dinslaken mit Fernwärme versorgt werden und somit von dem Projekt profitieren würden, konnte der Geschäftsführer nicht exakt beantworten. „Ein Großteil der Wärme wird in Dinslaken bleiben“, antwortete er. Der Sinn hinter der Frage war zweifellos ein anderer, nämlich die Klärung, warum das Projekt gerade in Dinslaken und gerade an dieser Stelle verwirklicht werden müsse. Eine Frage, die im Laufe des Abends immer wieder aufkam.

„Für uns ist das die einzig mögliche Fläche“, sagte Thomas Döking, Leiter der Hauptabteilung Nah- und Fernwärme der Stadtwerke. Man habe sich natürlich andere Standort-Alternativen angeschaut. Auf dem ehemaligen Zechengelände in Lohberg sei der Bau der Anlage nicht möglich, weil die Fläche nun Gewerbegebiet und kein Industriegebiet mehr sei. Auch den Standort des Steag-Kraftwerks in Voerde habe man sich angesehen. „Da hätten wir allerdings erst einmal zehn Kilometer Leitungen bauen müssen, um die Wärme ins Netz einzuspeisen“, erklärte Döking den Zuhörern.

Immer wieder kamen auch Fragen zum Verkehr auf, der durch die Anlage auf das Gelände gelenkt werde. 35 Lkw sollen pro Werktag das Altholz zur Verbrennung anliefern, vier weitere die entstehende Asche abtransportieren. Die Anlieferung soll über die Autobahn 59 erfolgen. Was mit Holz aus Hünxe kommend sei und wie man bei einer Sperrung der Autobahn vorgehen würde, wollten die Anwohner wissen. „Dann fahren die Lkw über die A3 und über die B8“, erklärte Josef Kremer. „Es wird kein Lkw durch ein Wohngebiet fahren.“

Besonders beschäftigt hatte viele der Anwohner eine mögliche Verbrennung von so genanntem A4-Holz, dabei handelt es sich um Altholz mit besonderer Schadstoffbelastung. Hier versuchte Lars Wittstock, Prokurist der Wärme, Energie und Rohstoff GmbH, die für den Einkauf des Brennstoffs für das DHE zuständig sein soll, die Anwohner zu beruhigen. Generell wolle man kein A4-Holz verwenden, sagte er. Zudem unterliege der Umgang mit Altholz einer lückenlosen Überwachung vom Erzeuger bis zur Verbrennung und man werde auch vor Ort die eingegangenen Lieferungen überprüfen. „Wenn die Lieferung mangelhaft ist, dann wird sie abgelehnt“, erklärte Wittstock den Besuchern.

Den vorläufig vorgesehenen Fahrplan zum Bau der Anlage präsentierte Frank Huckschlag, Geschäftsführer von Seeger Engineering – dem Büro, das die Anlage geplant hat. Nach bisheriger Planung könnte der Bau des DHE im Dezember 2019 beginnen und die Anlage im August 2022 in Betrieb gehen.