Dinslaken/Voerde/Hünxe: Gema-Gebühren bereiten Kopfzerbrechen

Dinslaken/Voerde/Hünxe : Gema-Gebühren bereiten Kopfzerbrechen

Die Kündigung des Vertrag mit der Verwertungsgesellschaft Gema bedeutet für die Gemeinden vor Ort mehr Verwaltungsarbeit - und höhere Kosten. Bei Veranstaltungen könnten im Ernstfall mehrere hundert Euro fällig werden.

Musik in Gottesdiensten ist nicht gebührenpflichtig, musikalische Aufführungen sind es aber schon, und jawohl, dazu gehört auch die CD beim Seniorentreff - es sei denn, die Musik ist älter als 70 Jahre. Die Kündigung der Verträge des Verbands der Diözesen Deutschlands mit der Verwertungsgesellschaft Gema bereitet den katholischen Gemeinden vor Ort Kopfzerbrechen. Auf sie kommen nun höherer Verwaltungsaufwand und Kosten zu.

Bislang deckte ein Pauschalvertrag eine bestimmte Anzahl von Gemeinde- und Kitafesten, Adventsfeiern und Seniorenveranstaltungen mit 45 Euro pro Gemeinde jährlich ab, die zudem das Bistum zahlte. Nun müssen die Gemeinden vor Ort mit der Gema jedes Fest, jedes Musikstück abrechnen. Derzeit arbeiten sich die Gemeinden durch eine Anleitung, die das Bistum Münster gemailt hat.

In Voerde etwa veranstaltet der Förderkreis Kirchenmusik regelmäßig Konzerte, es gibt Gemeinde- und Kitafeste, zum Großteil organisiert von Ehrenamtlern. Sie müssen nun recherchieren, ob die jeweils aufgeführten Stücke gebührenpflichtig sind. Markus Gehling, Pastoralreferent in der Pfarrei Sankt Peter und Paul, fürchtet "mehr Arbeit, mehr Bürokratie und letztendlich auch mehr Kosten". Auch die Höhe eines möglicherweise verlangten Eintrittsgeldes und die Größe des Veranstaltungsraums haben Einfluss auf die Höhe der Gebühr. Bei einer Kirche mit 400 Plätzen, in der 40 Besucher einem Chorkonzert lauschen, könnte das "spannend" werden, so Gehling. Bei Veranstaltungen könnten im Ernstfall mehrere hundert Euro fällig werden - "die muss man erstmal einsammeln", so Markus Gehling, oder "im Zweifel Eintrittsgelder nehmen" . Das sei bisher nicht der Fall. Zwar gewährt die Gema den Gemeinden 20 Prozent Rabatt. Gehling hofft dennoch, dass das Bistum diesbezüglich noch einmal auf die Gemeinden zukommt.

Der Hünxer Pfarrer Johannes Werges fürchtet in seiner 3000-Seelen-Gemeinde keine horrenden Kosten. Dennoch: Bislang würden Gewinne bei Gemeindefesten für die Jugendarbeit gespendet. Sollten nun geschätzte 100 Euro Gema-Gebühren anfallen, könnte das entfallen.

Besonders viel Verwaltungsarbeit könnte auf Großgemeinden wie die katholische Gemeinde Dinslaken mit rund 15.000 Mitgliedern und einer Vielzahl von Veranstaltungen zukommen. Pfarrer Barthel Kalscheur macht sich auch Gedanken, "wie hoch Konventionalstrafen wären", wenn ein Veranstalter "mal nicht sauber abgerechnet hat" - und wer haftet. Man werde sich kurzfristig mit den Veranstaltern im Bereich der Gemeinde zusammensetzen.

(aha)