Gegner der Zeelink-Pipeline kritisieren Sicherheitssystem

Streit um geplante Erdgas-Fernleitung : Zeelink-Gegner kritisieren Sicherheitssystem

Die Initiative gegen die Erdgas-Fernleitung glaubt nicht, dass die vorgesehenen Mittel eine Katastrophe verhindern könnten.

Die Initiative gegen die Zeelink-Pipeline hält nicht viel von den Vorkehrungen, die die Erdgasfernleitung sicher machen sollen. Die Anlagen seien unter anderem „praktisch ungeschützt“ gegen Cyberattacken, kritisieren die Gegner. Wie berichtet gibt es eine Reihe von Einrichtungen, die die Sicherheit der geplanten Pipeline gewährleisten sollen. Dazu gehören unter anderem ein Sicherheitsstreifen oberhalb des Rohrsystems im Erdreich, Hubschrauber-Überflüge, Prüfungen mit Gasdetektoren und eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung und Steuerung von einer Zentrale in Essen aus.

Die Initiative hält dagegen, dass es immer wieder Unfälle und Explosionen an Gasleitungen gibt. Nach Zahlen der Kritiker seien rund 30 Prozent der weltweiten Pipeline-Unfälle der letzten Jahre auf Material-, Anlagen- und Bedienungsfehler zurückzuführen, 20 Prozent auf Korrosionsschäden und rund ein Viertel auf äußere Einwirkungen.

Es sei, so der Sprecher der Initiative Rainer Rehbein, „geradezu ein makabrer Witz“, wenn das Betreiberunternehmen Open Grid Europe lediglich alle 15 bis 25 Jahre die Rohrleitung durch das sogenannte Molchen von innen kontrollieren wolle. Und das System, alle fünf Jahre von einem Hubschrauber aus nach Spuren austretenden Gases zu suchen, sei „bizarr“. „Die heimische Heizungsanlage wird viel engmaschiger kontrolliert als eine Pipeline, bei deren Versagen Hunderte sterben könnten“, so Rainer Rehbein. Insbesondere sei sie praktisch ungeschützt gegen terroristische Anschläge, „sowohl gegen direkte Angriffe als auch Cyberattacken“.

Viele Landwirte seien sich des Risikos auf ihren Äckern nicht bewusst, so Rehbein: „Die Leitung liegt nur 1,20 Meter tief – stetig abnehmend bei Bodenerosion etwa durch die zunehmenden Extremwetter.“ Normaler landwirtschaftlicher Betrieb ist oberhalb des Leistungsverlaufs erlaubt. Würde die Pipeline beim Pflügen verletzt, so würde sie „mit Sicherheit sofort oder in wenigen Stunden“ explodieren.

Die Initiative erinnert an das große Unglück im belgischen Ghislenghien im Jahr 2004. Bauarbeiter hatten versehentlich ein Leck in eine Gaspipeline gebohrt.

Im Jahr 2007 explodierte eine Gas-Pipeline bei der hessischen Ortschaft Gräveneck.

(szf)