Voerde/Hünxe: Gaspipeline: Erörterung in Neuss

Voerde/Hünxe : Gaspipeline: Erörterung in Neuss

Aus Voerde und Hünxe kamen die meisten Einwendungen gegen den umstrittenen Bau der Zeelink-Erdgasfernleitung.e. Dennoch gehören Bürger aus beiden Kommunen zu denen mit dem weitesten Anfahrtsweg.

In wenigen Wochen geht das Planfeststellungsverfahren zum umstrittenen Bau der Erdgasfernleitung "Zeelink" in die nächste Runde: Am 14. Mai beginnt der Termin, bei dem die zuvor fristgerecht eingereichten Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und privaten Einwendungen aus den im Planfeststellungsabschnitt "Düsseldorf" liegenden Kommunen erörtert werden sollen. Insgesamt sind dies 17 Städte und Gemeinden, das betreffende Teilstück beginnt an der Station Hochneukirch (Gemeinde Jüchen) und erstreckt sich bis zur Station Dämmerwald (Gemeinde Schermbeck).

Die meisten privaten Einwendungen (1377) wurden aus Voerde (897) und aus Hünxe (480) vorgebracht. Insgesamt gingen bei der Bezirksregierung Düsseldorf von Bürgern für den Streckenabschnitt 1451 Einwendungen (plus 56 über Rechtsanwälte beziehungsweise den Rheinischen Landwirtschaftsverband) ein. Dennoch gehören die Voerder und Hünxer, die in ihren Einwendungen nach Angaben der Behörde "insbesondere Sicherheitsbedenken im Schadensfall" vortragen, zu denen, die den weitesten Anfahrtsweg zum Erörterungstermin zurück legen müssen. Die Genehmigungsbehörde hat das Dorint Kongresshotel Düsseldorf/Neuss in Neuss als Veranstaltungsort ausgesucht.

Von Voerde-Mitte liegt das Ziel mit dem Auto auf der schnellsten Route etwa 55 Kilometer entfernt, fährt man über die A 59. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, muss etwa eineinhalb Stunden einkalkulieren - vorausgesetzt, Bahn und Straßenbahn fahren pünktlich. Fast 65 Kilometer sind es mit dem Auto auf dem schnellsten Weg von Hünxe-Mitte zum Ziel - auch in diesem Fall sind Staus nicht mit eingerechnet.

Die Bezirksregierung Düsseldorf zieht sich darauf zurück, dass eine persönliche Anwesenheit beim Erörterungstermin nicht erforderlich sei, damit eine Einwendung im Verfahren berücksichtigt werde. Die schriftliche Äußerung reiche dafür aus. Zudem könnten Einwender, wenn sie nicht persönlich erscheinen könnten, per Vollmacht einen beliebigen Vertreter benennen. Auf die Feststellung, dass mit einem zentralen Termin in Neuss von vorne herein Menschen ausgeschlossen werden, die nicht mobil sind, erklärt die Behörde: Bei der Festlegung des Ortes für den Erörterungstermin habe man sich "an der Mitte der Trasse" der Erdgasfernleitung orientiert.

Das hat die Stadt Voerde auf den Plan gerufen: Die Kommune wendet sich mit der "dringenden Bitte" und "Erwartung" an die Genehmigungsbehörde, dass der Erörterungstermin angesichts des "überproportionalen Anteils" der aus Voerde und Hünxe vorgebrachten Bedenken "mindestens auch hier in der Region" stattfindet, erklärt Voerdes Planungsdezernent Wilfried Limke im Gespräch. Die Stadt Voerde bietet die Aula des Gymnasiums in Friedrichsfeld als Ort für die Anhörung an. Das Schreiben wurde, wie er ankündigte, am gestrigen Mittwoch noch vorab per Fax auf den Weg gebracht.

Die 215 Kilometer lange Pipeline beginnt an der belgischen Grenze bei Aachen und endet im Westmünsterland bei Legden, erstreckt sich also über die drei Regierungsbezirke Köln, Düsseldorf und Münster. Die dortigen Bezirksregierungen führen getrennte Planfeststellungsverfahren und damit auch eigene Erörterungstermine für die betreffenden Abschnitte durch.

Warum für das Teilstück, das im Regierungsbezirk Düsseldorf liegt, angesichts der Vielzahl der betroffenen Kommunen und der Entfernungen nicht mehrere Erörterungstermine angeboten werden, begründet die Bezirksregierung Düsseldorf damit, dass die Themenbereiche der Träger öffentlicher Belange und der Einwender im Verlauf des Trassenabschnitts zum Großteil identisch seien.

Daher sei auch aus praktischen Erwägungen von der Durchführung mehrerer Erörterungstermine abgesehen worden. "Des Weiteren erhalten die Kommunen auf diese Weise die Möglichkeit, auch von der Erörterung der Themen der anderen Träger öffentlicher Belange zu profitieren", erläutert Dagmar Groß, Sprecherin der Behörde.

Behandelt werden bei dem Zeelink-Erörterungstermin neben Voerde und Hünxe die Belange der Kommunen Schermbeck, Kamp-Lintfort, Alpen, Rheinberg, Rheurdt, Issum, Mönchengladbach, Jüchen, Korschenbroich, Kaarst, Willich, Krefeld, Tönisvorst, Kempen und Kerken.

Falls erforderlich, wird der Termin am 15., 16., 17. und 18. Mai fortgesetzt. Beginn der Erörterung am Montag, 14. Mai, ist um 10 Uhr (Einlass: 9 Uhr) im Dorint Kongresshotel Düsseldorf/Neuss an der Selikumer Straße 25 in Neuss.

(P.K.)
Mehr von RP ONLINE