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Voerde: Fußball verbindet Kinder aller Nationen

Voerde : Fußball verbindet Kinder aller Nationen

Flüchtlingskinder treten regelmäßig gegen andere Teams an - dank einer AG des Gymnasiums.

Auf dem Grill brutzeln Würstchen. "Ruckzuck-Würstchen", wie der Griller von der SV 08/29 Friedrichsfeld sie nennt. "Ruckzuck gegrillt und ruckzuck gegessen." Das lassen sich die jungen Fußballer nach dem Spiel und manchmal sogar in der Halbzeit nicht zweimal sagen. Nicht allein die Würstchen machen Ahmed und Ali aus Syrien und Amir Ali aus dem Irak viel Freude. Mit großer Begeisterung spielen sie und andere Flüchtlingskinder Fußball gegen Voerder Mannschaften. Erst seit wenigen Monaten sind sie am Niederrhein und nehmen bereits Dank der Fußball-AG des Voerder Gymnasiums an einem Fußball-Turnier teil.

Im Sommer vergangenen Jahres entstand bei einem Benefizspiel die Zusammenarbeit der türkischen Gemeinde, der SV 08/29 und des Gymnasiums Voerde, um Flüchtlinge über den Fußball zu integrieren. Seitdem spielen in regelmäßigen Abständen Mannschaften der SV 08/29 und des Gymnasiums Voerde gegeneinander. "Sport ist ausgesprochen wichtig für die Integration", sagt Organisatorin Andrea Schluchtmann. Zwar spielten die Kinder auch gerne Tischtennis, doch Fußball mache sie "närrisch". Viele hätten in ihrer Heimat bereits auf der Straße gespielt.

Schluchtmann organisiert nicht nur die Fußballspiele, sondern kümmert sich um viele Belange der Kinder und ihrer Eltern. "Ohne die Zusammenarbeit mit den Lehrern würde es nicht funktionieren." Die Schulleitung des Gymnasiums, Sozialpädagoge Damian Buß und Lehrerin Jenny Roich arbeiten eng mit ihr zusammen. Sie machen es möglich, dass sowohl Trikots als auch Essen und Getränke gesponsert werden. Der SV 08/29 stellt den Rasenplatz, die Schiedsrichter und den Grill.

Seit zwei Jahren engagiert sich Schluchtmann ehrenamtlich für die Flüchtlingskinder, "Wenn ich spüre, dass die Kinder wollen, setze ich alle Hebel für sie in Bewegung." Frau Andrea wird sie liebevoll von den Kindern genannt, denen sie auch Sprachunterricht erteilt. Jährlich werden zwischen 25 und 30 Flüchtlinge zwischen elf und 15 Jahren vom Gymnasium aufgenommen.

Das Schulkonzept sieht vor, dass sie zuerst Deutschunterricht erhalten, um dann in den Regelunterricht zu wechseln. Und dies ist mit Problemen verbunden: 15-Jährige besuchen dann die fünfte oder sechste Klasse. Mit 16 Jahren wechseln die Kinder zum Berufskolleg, um dort den Hauptschulabschluss zu machen. "Keine andere Schule in der Umgebung hat so viele Flüchtlinge aufgenommen und bewältigt dennoch die Integration", sagt Schluchtmann. Stolz erwähnt sie, dass dieses Jahr acht Kinder vom Gymnasium entlassen wurden, zwei machen ein Jahrespraktikum, eines hat den Hauptschulabschluss geschafft und die anderen besuchen das Berufskolleg.

(RP)