Für Zeelink-Pipeline wird der Deich  geöffnet

Umstrittene Gasleitung : Für Zeelink-Pipeline wird Deich geöffnet

Die Bezirksregierung Düsseldorf sieht bei der Unterquerung im Press- oder Bohrverfahren Gefahren. Durch Hohlräume könnte sich Wasser den Weg entlang den Leitungen suchen.

Die Erdgasfernleitung Zeelink, für deren Bau auf dem 105 Kilometer langen, ihr Zuständigkeitsgebiet betreffenden Teilstück die Bezirksregierung Düsseldorf am 9. Januar den Planfeststellungsbeschluss, also die Genehmigung, erteilt hat, quert auf dem Gebiet der Stadt Voerde in Ork den Rhein und kreuzt den Deich. Letzteres soll in „offener Bauweise“ geschehen. Das hat die Bezirksregierung, bei der auch die staatliche Deichaufsicht angesiedelt ist, der Firma Zeelink vorgeschrieben. Es werde dabei ein Graben bis zum Auflager des Rohres geöffnet und nach dessen Verlegung wieder verschlossen. Die Prüfung des Bauantrags habe ergeben, dass dieses Verfahren zu bevorzugen sei, erläutert Beatrix Van Vlodrop, Pressesprecherin der Behörde, auf Anfrage. Dem Unterfahren des Deiches im Bohr- oder Pressverfahren stimmte die Bezirksregierung nicht zu, weil dieses zu Hohlräumen im Untergrund führen könne. Dies berge Gefahren: Wasser, das sich entlang den Leitungen einen Weg suche, Erosion oder auch Setzungen des Deiches. „Das Verlegen der Leitung und das Verschließen der Baugrube erfolgt kontrolliert, um die Risiken wie die genannten zu vermeiden.“ Es werde dabei auch berücksichtigt, dass das Gebiet des Deichverbandes Mehrum „zum ehemaligen aktiven Bergbaubereich zählt und von Bergsenkungen betroffen“ sei. Die Leitung muss mindestens einen Meter unterhalb des Deichlagers verlegt und das Rohr in der wasser- und landseitigen Deichschutzzone I auf einem Betonfundament aufgelagert werden.

Der Deichverband hatte im Zuge des Planfeststellungsverfahrens die Forderung formuliert, dass die Vorhabenträgerin die Standsicherheit des Deiches bei darunter verlegter Gaspipeline im Hochwasserfall nachweisen müsse. Der bestehende Hochwasserschutz dürfe „nicht geschwächt werden“, betont Van Vlodrop. Somit stünden etwa die Überprüfung der Standsicherheitsuntersuchungen zur Rohrleitung und die geotechnischen Kontrollen zur Einbindung/Verlegung der Leitung im Untergrund im Fokus.

Geplant ist, dass die vom Pipeline-Bau betroffenen Deichverbände Mehrum und Duisburg-Xanten – linksrheinisch quert die Leitung den Fluss bei Rheinberg-Wallach – gemeinsam ein Ingenieurbüro beauftragen, das die Maßnahme plant, begleitet und den geforderten Nachweis der Standsicherheit erbringt. Die Firma Zeelink habe die Kostenübernahme zugesagt, so der hiesige Deichgräf Ingo Hülser.

Zu der Frage, wie mögliche Beschädigungen an der Pipeline im Hochwasserfall verhindert werden sollen, erklärt die Sprecherin der Bezirksregierung, dass für den Bereich eine unterirdische Gasleitung beantragt und genehmigt worden sei. Diese sei somit einer Hochwasserwelle „nicht direkt“ ausgesetzt. Es müsse in den Standsicherheitsuntersuchungen jedoch die konkrete Auswirkung von Hochwasser im Rhein berücksichtigt werden. Zudem gebe es eine zeitliche Beschränkung für die Bauarbeiten im Rhein und die Deichöffnung. Für die Standsicherheit der Gaspipeline sei in erster Linie der Antragsteller beziehungsweise der Betreiber verantwortlich und nicht die staatliche Deichaufsicht in der Bezirksregierung.

(P.K.)
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