Voerde: Frisches Bio-Gemüse vom Tinthof

Voerde: Frisches Bio-Gemüse vom Tinthof

Der Verein Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) Niederrhein verkauft Ernteanteile. Die Käufer sollen für 75 Euro im Monat wöchentlich einen Korb mit frisch geerntetem Gemüse vom Acker in Spellen erhalten

Ins Café Hof Emschermündung hatte der Verein Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) Niederrhein zur Information eingeladen. Die Runde der Interessierten blieb übersichtlich, aber diese versuchten die Vertreter des Vereins-Vorstandes von ihrer Idee zu begeistern. Und die hat erst einmal einen ganz einfachen Ausgangspunkt. "Eine Menge kleiner Bauernhöfe gibt auf und es geht immer weiter in Richtung großer Agrarwirtschaft. Außerdem gibt es kaum noch Transparenz, wie die Waren hergestellt werden und wo sie herkommen", erklärt Eike Grieß vom Vorstand der SoLaWi Niederrhein.

Der Hof von Christian Hülsermann ist ein Standort von Solawi - der Vereinigung Solidarische Landwirtschaft Foto: arfi

Genau diese Transparenz wollen die Mitglieder des Vereins wieder herstellen, indem sie selbst Gemüse auf einer gepachteten Fläche anbauen und den Anbau über vorher verkaufte Ernteanteile finanzieren. Für den Anbau hat man schon eine Fläche auf dem Spellener Tinthof angemietet. Der Betrieb im Rheindorf arbeitet nach Demeter-Richtlinien, die auch für das in Eigenregie angebaute Gemüse der SoLaWi Niederrhein gelten sollen. "Man bekommt regionales, saisonales Gemüse. Und das in Demeter-Qualität und ohne Verpackungsmüll", erklärt Eike Grieß. Der Preis für einen Ernteanteil: 75 Euro für einen ganzen und 40 Euro für einen halben Anteil. "Der Ertrag von der Anbaufläche wird gleichmäßig auf die Anteile verteilt", meint Rainer Kursch vom Vereinsvorstand.

Nach Erfahrungswerten von anderen Vereinen, die solidarische Landwirtschaft betreiben, soll ein Anteil Gemüse für eine Person liefern. "Es hängt natürlich immer davon ab, wie viel Ertrag auf der Anbaufläche geerntet wird", erklärt Eike Grieß. Im Winter wäre das natürlich eher weniger Gemüse, dafür in den Sommermonaten schon mal mehr. Aus den gekauften Anteilen wird der Anbau des Gemüses finanziert. Zwei Gärtner werden sich um den Anbau kümmern. Außerdem wurde schon Material angeschafft.

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Bereits jetzt steht auf dem Acker ein 60 Meter langer und zehn Meter breiter Folientunnel, in dem die empfindlicheren Gemüsesorten angebaut werden sollen. "Die ersten Pflanzen sind schon eingesät und ab Mai soll es dann richtige Erträge geben", erklärt Eike Grieß. Gut 45 der 80 Anteile, die der Verein erstmal zur Finanzierung des ersten Projekts ausgeben möchte, sind bereits gezeichnet worden.

Wer sich für das Konzept der solidarischen Landwirtschaft interessiert, kann sich am Ostermontag von 14 bis 15.30 Uhr selbst ein Bild vom Anbau an der Ackerstraße in Spellen machen und sich schlau machen. Informationen im Internet: www.solawi-niederrhein.de

(fla)
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