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Fridays for Future in Dinslaken: Glocken läuten zum Protest fürs Klima

„Fridays for Future“-Demonstration : Die Jugend geht wieder auf die Straße

Weltweit gehen am Freitag wieder junge Leute für den Klimaschutz auf die Straße. In Dinslaken bezieht die Kirche Stellung.

Die evangelische Kirche im Rheinland ruft die Menschen dazu auf, am heutigen Freitag an den weltweiten Demonstrationen von „Fridays for Future“ teilzunehmen. In Dinslaken ist erneut eine große Kundgebung angekündigt, um 12 Uhr werden vor allem junge Menschen auf dem Neutorplatz zusammenkommen und einen Demonstrationszug beginnen. Der Kirchenkreis Dinslaken und speziell die evangelische Gemeinde der Stadt stellen sich hinter die jungen Leute.

Der Schutz des Klimas sei ein ureigenes Anliegen der Kirche, das ergebe sich „unmittelbar aus unserem Bekenntnis zu Gott dem Schöpfer und seiner guten Schöpfung“, sagt Präses Manfred Rekowski. „Die bloße Vernunft sagt uns: Es kann mit dem Raubbau an der Erde so nicht weitergehen.“ Die Demonstrationen der Schüler seien auch ein dringender Aufruf zur Umkehr, biblisch gesprochen: zur Buße.

Die erste große „Fridays for Future“-Demonstration war in Dinslaken im März dieses Jahres. Seitdem gab es weitere Aktionen.

Nicht nur von kirchlicher, sondern auch von Lehrer-Seite kommt nun Beifall: Der Weseler Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissen (GEW) ruft ebenfalls zur Beteiligung am globalen Klimaaktionstag auf. „Alle wissenschaftlichen Befunde sprechen dafür, KIimaschutzziele schnellstmöglich durch konkrete Maßnahmen zu erreichen“, begründet das die Gewerkschaft. „Der Druck in diese Richtung gehört für uns zum unmittelbaren Bildungsauftrag.“

Die GEW fordert alle Mitglieder und die Beschäftigten in den Bildungseinrichtungen dazu auf, „kreative Möglichkeiten zur Umsetzung des Auftrags zur politischen Bildung und zur nachhaltigen Entwicklung mit allen Kräften zu fördern und zu unterstützen“. Zum Beispiel, indem ein Unterrichtsgang zur Demo durchgeführt würde oder Aktionen wie Schweigeminuten um 5 vor 12 geplant würden. „Kinder und Jugendliche sind von den Folgen des Klimanotstandes in besonderer Weise betroffen und haben das Thema in einer beispiellosen globalen Bewegung ins Bewusstsein gerückt. In ihrem Kampf um den Erhalt des Planeten wollen wir sie tatkräftig unterstützen“, so die GEW.

Die evangelische Kirchengemeinde Dinslaken wird mit Glockengeläut zu Gebet und Andacht einladen. Letztere beginnt um 11.30 Uhr in der Stadtkirche an der Duisburger Straße 9. „Um fünf vor zwölf läuten zum Abschluss der Andacht alle Kirchenglocken der Gemeinde, und die Andachtsteilnehmer ziehen zum Beginn des Demonstrationszuges auf den Neutorplatz“, kündigen die Organisatoren an.

Vorbereitet wurde das Angebot von den Konfirmanden. Im Vorbereitungsgespräch mit Pfarrer Jan Zechel hätten die Jugendlichen den großen Wunsch gehabt, „dass auch ältere Gemeindeglieder zur Andacht kommen. „Das Thema Klimaschutz geht alle Generationen an, denn es ist derselbe Lebensraum, der durch das Verhalten aller bedroht ist.“

Nicht nur die Kirchen in Dinslaken machen mit, auch in Voerde und Walsum gibt es Beteiligung: Die Johannes-Kirche in Vierlinden, die evangelische Kirche in Aldenrade, die in Götterswickerhamm, und die in Voerde an der Grünstraße läuten die Glocken. Die evangelische Kirche in Friedrichsfeld lädt für 18.45 Uhr zu Andacht mit Geläut, die evangelische Kirche in Spellen läutet um 18.45 Uhr die Glocken.

In Dinslaken wird es außerdem auch am Abend beim ökumenischen Friedensgebet in der Stadtkirche um 18 Uhr um das Klima gehen, die Dorfkirche Hiesfeld lädt ebenfalls ab 11.30 Uhr vor dem Glockenläuten zur Andacht ein.

Auch das katholische Bistum Münster unterstützt den weltweiten Aktionstag und erlaubt Mitarbeitern des Bischöflichen Generalvikariats, in den Klimastreik zu treten.

(szf)