Dinslaken: Freier Eintritt für den Sommer

Dinslaken: Freier Eintritt für den Sommer

Zum Fantastival-Auftakt verteilt die Freilicht AG Geschenke: Für alle Dinslakener, die mit Nachnamen "Sommer" heißen, ist der Eintritt für das morgige Konzert mit Roger Cicero im Burgtheater frei.

"Wenn der Sommer nicht freiwillig kommt, laden wir ihn ein", sagt Lea Eickhoff, Geschäftsführerin der Freilicht AG. Eine Vorsichtsmaßnahme gegen Regen. "Dann kann mit dem Wetter nichts mehr schief gehen." Auch "Frau Sommer" ist selbstverständlich willkommen. Und so funktioniert's: Wer die warme Jahreszeit im Nachnamen trägt und in Dinslaken wohnt, muss an der Abendkasse am Burgtheater lediglich den Personalausweis vorzeigen. Schon geht's hinein ins Vergnügen.

Wasserkocher für Roger Cicero

Wie in jedem Jahr sind kurz vor dem Start des Dinslakener Kulturfestival noch 1000 Dinge zu erledigen. Unter anderem geht es darum, die Wünsche der Künstler zu erfüllen. Roger Cicero ist Teetrinker. Den Tee bringt er mit. Den Wasserkocher besorgt die Freilicht AG. "Steht so in der Bühnenanweisung", sagt Lea Eickhoff. Und die wird befolgt.

Vorausgesetzt, die Wünsche der Fantastival-Künstler sind nicht allzu exotisch. Das seien sie nicht, versichert die Geschäftsführerin. Milow bekommt eine Flasche Champagner kalt gestellt und "Der Familie Popolski" kistenweise Wodka. Bekanntlich trinken die "bekloppsten" Musiker aus Zabrze das Zeug nicht nur selbst, sondern schütten auch dem Publikum gern mal einen ein, in kleinen Plastik-Pinnchen, die dann – "Raz, dwa, trzy, cztery!" – in hohem Bogen durch die Luft geschleudert werden. Leichte Probleme – das gibt Eickhoff zu – könnte der Freilicht AG allerdings der Wunsch des Comedy-Duos Thekentratsch bereiten. Kerstin Saddeler-Sierp und Heike Becker haben sich "zwei muskulöse Sportstudenten" hinter die Bühne bestellt.

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Damit ein Kulturspektakel wie das Fantastival gelingt, müssen viele Rädchen ineinandergreifen. Die Aufbau der Bühne im Burgtheater ist Profisache. Gleiches gilt für die Technik und fürs Catering, um das sich traditionell das Din-a4-Team von Jörg Springer kümmert. Im Burginnenhof sorgt sich Opgen-Rheins Zum Johanniter aus Alt-Walsum um das Wohl der Besucher.

Auch für die Sicherheit holt sich die Freilicht AG Unterstützung von außen. Verstärkt wird das Security-Team von Kräften aus den eigenen Reihen, darunter vier ehemalige Polizisten. Sie gehören zu den gut 50 ehrenamtlichen Kräften, die vor und hinter den Kulissen im Einsatz sind. Männer und Frauen, die sich um den Aufbau der Infozelte kümmern, um die Beleuchtung der Eingänge, die Hunderte von Metern Kabel verlegen. Zum Ordnerteam gehören auch Helfer, die am Eingang die Taschen kontrollieren und mitgebrachte Speisen und Getränke einsammeln. Jede Tupperdose mit Schnittchen, jede Frikadelle und jede Flasche Mineralwasser werden einkassiert.

Außerdem müssen die Ordner darauf achten, dass keine Regenschirme ins Burgtheater gelangen. Aufgespannt versperren sie anderen Zuschauern die Sicht. Wer einen Schirm mitbringt, bekommt ihn selbstverständlich nach der Veranstaltung zurück. "Die Besucher können für einen Euro Regenponchos kaufen", sagt Lea Eickhoff, schiebt dann aber sofort hinterher, dass es nicht regnen wird. Schließlich sei in den vergangenen Wochen mehr als genug Wasser auf Dinslaken gefallen.

(RP/rl)