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Dinslaken: Freie Fahrt für Behinderte

Dinslaken : Freie Fahrt für Behinderte

Seit acht Jahren bildet die Fahrschule Mende auch körperlich behinderte Menschen aus. 10 000 Euro kostet die Umrüstung eines Fahrzeugs, doch Fahrlehrer Dieter Mende kann sich für die Zukunft vorstellen, nur noch gehandicapten Schülern zum Führerschein zu verhelfen.

Im nächsten Jahr feiert Dieter Mende seine 25-jährige Selbstständigkeit als Fahrlehrer in Dinslaken. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, doch das Besondere daran ist, dass seit acht Jahren seine Fahrschule weit und breit einzigartig ist. Dieter Mende hatte damals nicht nur die Idee auch körperbehinderte Menschen auszubilden, sondern setzte seine Vorstellungen auch um. „Im Kreis Wesel bin ich wohl der einzige, der diese Ausbildung anbietet. Ich weiß nicht, ob am gesamten Niederrhein, aber ich hatte jedenfalls schon Schüler bis hoch nach Emmerich“, kann der Fahrlehrer stolz berichten.

„Benzin im Blut“

Bei der Entwicklung des Projekts half bei den Anfängen die Bundestagsabgeordnete Ilse Falk, die in Xanten Behinderte betreute. Heute steht bei Dieter Mende ein schwarzer Audi A 4 Avant vor der Garage, der mit zusätzlichen Spiegeln und Spezialeinrichtungen zum Lenken, Blinken oder Bremsen umgerüstet ist. Der Umbau des Fahrzeugs hat jedoch auch seinen Preis gehabt. „Allein das kleine elektronische Bedienteil am Lenkrad kostet 3500 Euro. Insgesamt sind es 10 000 Euro, die so eine Umrüstung kostet“, sagt Dieter Mende, dem das Fahren mit den Körperbehinderten vielleicht sogar noch mehr Spaß macht, als mit den gesunden Schülern: „Sie kommen immer sehr gerne und saugen dann jede Information oder Anweisung auf, weil sie ja danach mobil sein wollen“, berichtet Dieter Mende.

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Die Ausbildung sei zwar wegen der Handicaps ein bisschen intensiver, doch deutlich mehr Fahrstunden müssen die Behinderten nicht nehmen. „Wie bei allen anderen auch kommt es darauf an, ob man Benzin im Blut hat. Entscheidend ist ja nicht, dass sie den Führerschein machen, sonders dass sie etwas gelernt haben“, so der Ausbilder. „Einer muss es ja machen“, war seine Meinung noch vor acht Jahren, doch im Laufe der Zeit hat Dieter Mende so viel Spaß an den Fahrten mit den behinderten Menschen gefunden, dass er in die Offensive mit einer einzigartigen Ausbildung im Umkreis gehen will. „Vielleicht mache ich bald nur noch das und nichts anderes mehr. Ich werde bald 60 Jahre alt und möchte etwas kürzer treten“, kündigt Dieter Mende an. Dann möchte er sich nur noch um gehandicapte Menschen kümmern und sein Angebot für sie erweitern.

Straßenverkehrsamt

Denn eine Ausbildung der Klasse B, die für das Fahren eines Pkw, ist heutzutage bei fast allen Körperbehinderungen wie zum Beispiel Ausfall eines Armes, Ausfall beider Beine, Minderwuchs oder Beeinträchtigung des Hörvermögens möglich. „Ich habe schon Schüler selbst auf den Fahrersitz getragen“, erzählt Dieter Mende. Die Entscheidung, ob ein Führerschein überhaupt erworben werden darf, obliegt grundsätzlich aber dem Straßenverkehrsamt.

(RP)