Frank-Walter Steinmeier übernimmt Ehrenpatenschaft für Kind aus Voerde

Familie Colditz ist glücklich : Bundespräsident ist Pate von Lenya-Fien

Die drei Monate alte Tochter von Melanie und Marcus Colditz ist deren siebtes Kind. Für sie hat Frank-Walter Steinmeier die Ehrenpatenschaft übernommen.

In Lenya-Fiens noch so jungem Leben ist schon ganz schön was los: Am Sonntag erst war Taufe, zwei Tage später steht für sie und ihre Familie ein Besuch beim Bürgermeister im Rathaus an. Die Kleine nimmt von dem Treffen, bei dem sich als Vertreter der Stadtverwaltung auch der Beigeordnete Jörg Rütten und André Heller, Fachbereichsleiter für Soziales und Jugend, die Ehre geben, kaum Notiz. Das drei Monate alte Mädchen liegt ganz ruhig und gelassen auf dem Arm von Mama Melanie Colditz. Dass es bald eine sehr prominente Persönlichkeit zum Ehrenpaten haben wird, ahnt Lenya-Fien nicht. Es ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der ranghöchste Repräsentant dieses Staates übernimmt auf Antrag die Ehrenpatenschaft für das siebente Kind einer Familie. Melanie und Marcus Colditz haben es mit der kleinen Lenya-Fien bekommen.

Fast die komplette Familie ist zum Termin im Rathaus erschienen, bei dem Bürgermeister Dirk Haarmann die Urkunde über die Ehrenpatenschaft und ein Geldgeschenk überreicht. Nur Tochter Annina (17), die eine Ausbildung macht, ist nicht dabei, aber Jannis (12), Sophia (5), Noel-Mats (3), Phil-Malte (2), Julius-Emil (1) – und eben des Bundespräsidenten neues Ehrenpatenkind.

Der Bürgermeister erwähnt den „hohen Aufwand, den Lebensalltag zu bewältigen“, würdigt den Mut von Melanie und Marcus Colditz, sich darauf einzulassen, erinnert an die möglichen Hilfestellungen durch die Stadt und ermuntert die Eltern, diese, wenn benötigt, anzunehmen.

Die Ansprache des Bürgermeisters stört die Rasselbande wenig. Die Kleinen plappern munter vor sich hin, entdecken den Reiz von Flaschenöffnern und verputzten ratzfatz die bereitgestellten Kekse, derweil Lenya-Fien inzwischen selig in Mamas Armen schläft – das tut sie am „besten, wenn es laut ist“, verrät Melanie Colditz.

Nachdem die beiden Ältesten, Annina und Jannis, geboren waren, wollten sie und ihr Mann Marcus eigentlich keine Kinder mehr. Doch irgendwann, beim Anblick kleiner Babys, keimte in ihnen der Wunsch auf, mehr Nachwuchs zu haben. Sophia wurde geboren. Weil aber der Abstand zu den beiden Ältesten aus ihrer Sicht zu groß war und die jüngste Tochter praktisch als Einzelkind aufgewachsen wäre, entschieden sie sich, dass Sophia, Annina und Jannis weitere Geschwister bekommen sollten – und „wenn viele, dann direkt hintereinander“, erzählt Melanie Colditz. Noel-Mats, Phil-Malte, Julius-Emil und Lenya-Fien erblickten das Licht der Welt. Mit der jüngsten Tochter ist die Familienplanung nun abgeschlossen, wie die Eltern, beide Anfang 40, erklären. Viele aus ihrem Bekanntenkreis sagen, sie würden sie dafür bewundern, sieben Kinder großzuziehen, das sie sich das selbst aber nicht zutrauten, berichtet Melanie Colditz. „Wie macht Ihr das?“, würden sie gefragt, erzählt ihr Mann Marcus, der dann antwortet: „Man wächst mit seinen Aufgaben.“ Ob es vier oder sieben Kinder sind, mache nicht viel aus. Der 42-Jährige, der Marktleiter bei Edeka Wendorf in Voerde ist, wuchs selbst in einer Großfamilie mit sechs Kindern auf. Und Mama Melanie (41), von Beruf Finanzbeamtin, seit 2014 in Elternzeit, will im nächsten Jahr in ihren Beruf zurückkehren. Ihr gibt es viel, eine große Kinderschar zu haben: „Man merkt, dass man geliebt wird. Ich habe immer jemanden, den ich umsorgen darf.“

(P.K.)