Frank Steenmanns (CDU) will in Voerde Bürgermeister werden

Unsere Woche : CDU hat jetzt einen streitbaren Bürgermeisterkandidaten

Frank Steenmanns (CDU) will in Voerde Bürgermeister werden. Er tritt gegen Amtsinhaber Dirk Haarmann (SPD) an.

Frank Steenmanns hat seinen Hut in den Ring geworfen, und die Mitgliederversammlung der Voerder CDU hat ihn zum christdemokratischen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters gewählt. Er tritt damit gegen den Amtsinhaber Dirk Haarmann an. Die Bewerbung des 53-jährigen Steenmanns für den Chefsessel im Voerder Rathaus kam nicht überraschend, einen Gegenkandidaten gab es in den Reihen der CDU nicht.

Frank Steenmanns, der als Vorstandsreferent bei der Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe beschäftigt ist, ist ein Mann mit Ambitionen, der weiß, was er will, und genaue Vorstellungen von seinem Weg hat, den er dann auch konsequent geht. Der CDU ist er 1991 beigetreten, für seine Partei ist er als sachkundiger Bürger in die Fraktionsarbeit eingebunden. Steenmanns war zur Stelle, als ein neuer Parteivorsitzender gesucht wurde, der für einen neuen Christdemokratischen Kurs stehen sollte. So trat er im April die Nachfolge von Bernd Altmeppen als neuer Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Voerde an. Mit Blick auf die 2020 anstehenden Kommunalwahlen gab er das Ziel aus, dass die Christdemokraten im neuen Stadtrat die stärkste Fraktion stellen sollten. Diese Aussage konnten die Voerder Sozialdemokraten als eine vollmundige, aber durchaus ernst gemeinte Kampfansage auffassen.

Schon damals warb Steenmanns für eine Diskussions- und Streitkultur. Was er darunter versteht, hat er mehrfach deutlich demonstriert. Er vertritt seine Überzeugung nachdrücklich, scheut vor starken Worten nicht zurück und hat kein Problem damit, auf Konfrontationskurs mit dem politischen Gegner zu gehen. Der Umgangston wurde rauer. Da war es dann nur folgerichtig, dass Steenmanns wenige Monate später als Parteichef nachlegte und erklärte, dass es das Ziel der Christdemokraten sei, Dirk Haarmann als den seit 2014 amtierenden Bürgermeister abzulösen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt dürfte es klar gewesen sein, dass Steenmanns Ambitionen hat, den Spitzenposten im Voerder Rathaus zu übernehmen. Jetzt hat ihn die CDU-Mitgliederversammlung mit seiner Wahl zum Bürgermeisterkandidaten bestätigt. Er selbst soll Dirk Haarmann den Chefsessel im Rathaus streitig machen.

Mit seiner bisherigen Strategie, den politischen Gegner zu attakieren, hat sich Frank Steenmanns allerdings nicht nur Freunde gemacht, er hat sich auch heftige Kritik aus den Reihen der eigenen Partei anhören müssen. Erinnert sei an die Aussagen von Hans-Werner Tomalak, christdemokratisches Urgestein in Voerde und früher einmal selbst CDU-Fraktionsvorsitzender. Der las seiner Partei die Leviten und hielt dem CDU-Vorsitzenden vor, „verantwortungslose Bürgermeisterkritik“ zu betreiben. Und er mahnte an, so nicht miteinander umzugehen. Zu erwarten ist, dass Frank Steenmanns seiner bisherigen Linie treu bleiben wird.

Ich wünsche Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende.

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