Forderung nach Rot-Markierung verhallt

Nach neuem Unfall : Forderung nach Rot-Markierung verhallt

Der ADFC fordert nach dem Unfall am Sonntag erneut, den Radweg an der Frankfurter Straße /Ecke Bahnhofstraße einzufärben. Straßen NRW lehnt dies ab.

Nach dem Unfall, bei dem am vergangenen Sonntag ein Fahrradfahrer aus Voerde auf der Frankfurter Straße schwer verletzt wurde, erneuert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Dinslaken-Voerde seine mehrfach geäußerte Forderung an den Landesbetrieb Straßen NRW, den Radweg im Bereich der Einmündung Bahnhofstraße rot einzufärben. Was war an jenem Sonntag passiert? Nach Angaben der Polizei hatte ein Autofahrer aus Wesel von der Bahnhofstraße nach rechts in die Frankfurter Straße abbiegen wollen und war dabei mit dem Radfahrer kollidiert. Der Radweg darf in beiden Richtungen befahren werden, auf der anderen Seite (Fahrtrichtung Möllen) gibt es keinen.

Straßen NRW bleibt auch nach dem Unfall am Sonntag bei seiner vor einigen Monaten gegenüber dem ADFC vertretenen Einschätzung, was eine Roteinfärbung des Radweges an der Frankfurter Straße/Einmündung Bahnhofstraße betrifft – eine Forderung, die der ADFC an der Landstraße auch für andere Stellen, unter anderem an der Steinstraße und der Grünstraße, erhebt. Der Landesbetrieb indes argumentiert, dass es sich bei den genannten Einmündungen um keine Unfallhäufungsstellen handele und daher dort eine rote Markierung nicht vorgesehen sei. Würde alles rot eingefärbt, würde damit nicht mehr die gewünschte Signalwirkung erzielt, sagt Gregor Hürter, ein Sprecher von Straßen NRW. Anders ausgedrückt: Je häufiger diese Form der Markierung zum Einsatz komme, desto mehr verliere sie an Aufmerksamkeit, hat der erste Vorsitzende des ADFC Dinslaken-Voerde, Peter Diederichs, vom Landesbetrieb vor einigen Monaten zur Antwort bekommen.

Er kann die Begründung nicht nachvollziehen. Dass der Radweg an der Einmündung Bahnhofstraße nicht rot eingefärbt werden soll, weil der Bereich „unfalltechnisch unauffällig“ sei, wie Straßen NRW ihm erklärte, führt er darauf zurück, dass nicht jeder Unfall aktenkundig werde, sprich in die Statistik eingehe. Bei einer „Acht im Vorderrad“ oder blauen Flecken hole man nicht die Polizei, erklärt Diederichs. Er berichtet davon, wie er als Radfahrer selbst von einem Auto angefahren wurde: auch an der Frankfurter Straße, gegenüber dem stillgelegten Kraftwerk in Möllen, an der Einmündung Friedrichstraße. Auch er habe damals nicht die Polizei hinzugezogen. Auf das Argument von Straßen NRW, dass die Roteinfärbung nur dort umgesetzt werden sollte, wo es auch vermehrt Kollisionen oder akute Gefährdungen für Radfahrer gegeben habe, reagiert Diederichs mit Sarkasmus: Leichte „Blessuren fallen nicht unter ,akute Gefährdung’“, es müsse wohl erst einer oder eine „plattgefahren werden“.

Auch ließ Straßen NRW den Vorsitzenden des ADFC Dinslaken-Voerde vor einigen Monaten wissen, dass seitens der Stadt Voerde und der Polizei eine Roteinfärbung ebenfalls als nicht erforderlich gesehen werde. Im Rathaus gibt es Signale, die Sache zu überdenken. Der aktuelle Unfall am Sonntag gebe Anlass zu einer Neubewertung, wie der Erste und Technische Beigeordnete der Stadt, Wilfried Limke, erklärt. Die Unfallkommission werde sich die Situation anschauen, er habe den Unfallbericht angefordert. Ziel müsse es sein, im Sinne der schwächsten Verkehrsteilnehmer die sichersten und wirkungsvollsten Maßnahmen vorzunehmen, erklärt Limke.

(P.K.)
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