Dinslaken/Voerde: Flüchtlinge in Arbeit bringen

Dinslaken/Voerde: Flüchtlinge in Arbeit bringen

Filmon Abira aus Eritrea arbeitet als Bäcker. Alpha Diallo wird zum Trockenbauer ausgebildet.

Zwei Flüchtlinge, zwei Schicksale, zwei Betriebe, die den jungen Männern aus Eritrea und Guinea eine Chance geben. Filmon Abira kommt aus Eritrea, war dort Bäcker. Vor rund eineinhalb Jahren ist er über den Sudan nach Deutschland geflüchtet, kam in Dinslaken unter und arbeitet nun in der Traditionsbäckerei Schollin. "Trotz der noch bestehenden Sprachbarriere funktioniert die Zusammenarbeit wirklich gut", berichtet Produktionsleiter Joachim Hundt. "Nach der Unterbringung und Versorgung der geflüchteten Menschen steht der eigentliche Integrationsprozess bevor, der schnelle Zugang zu Sprach- und Integrationskursen, zu Bildungsangeboten und Qualifikation und die Möglichkeiten der Erwerbstätigkeit sind hierfür elementare Bedingungen", heißt es im Flüchtlingskonzept der Stadt Dinslaken. Bei Schollin scheint es gelungen.

Denn das Dinslakener Familienunternehmen hat aufgrund einer Erweiterung seines Kuchensortimentes und der daraus resultierenden Idee der Kuchenpakete sein Personal aufgestockt, darunter Bäckermeister Alexander Schmeis und eben auch Bäcker Filmon Abira. Der wird sich nun an den guten alten Käsekuchen, Omas Apfelkuchen, Mohnkuchen mit Streuseln, Pudding-Kirschkuchen und andere leckere Köstlichkeiten heranwagen müssen. Das sind keine Backwaren, die Abira aus Eritrea kennt. Sie werden ihm sicher dennoch munden. Immerhin muss Abira ja probieren, was so aus seiner Backstube kommt.

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Über die IHK-Willkommenslotsin Shabena Aissa hat auch Alpha Diallo aus Guinea einen Job gefunden: in der Holztechnik- und Trockenbaufirma Jörg Birringer aus Voerde. Inhaberin Sabine Birringer erzählt, dass vor allem die große Motivation der Bewerber aus dem Kreis der Flüchtlinge sie schnell überzeugt habe. "Trotz des zum Teil hohen zeitlichen verwaltungstechnischen Aufwands hatten wir den Mut, Alpha Diallo zu beschäftigen, weil sein Engagement und sein Wille sofort sichtbar waren", sagt Sabine Birringer. Der junge Mann aus Guinea absolviert eine Einstiegsqualifizierung bei der Firma Birringer und wird dort im Sommer mit seiner Ausbildung zum Trockenbauer beginnen. Seine Tipps für andere Flüchtlinge: "Es ist wichtig, schnell die deutsche Sprache zu lernen." Er selbst besuche parallel drei Deutschkurse und nutze jede Gelegenheit, seine Kenntnisse zu verbessern. Zum Beispiel in seinem Fußballverein in Voerde.

"Die Bereitschaft, geflüchtete Menschen zu beschäftigen, ist bei den Unternehmen am Niederrhein da. Oftmals müssen beide Seiten einige Hürden überwinden. Dabei unterstütze ich die Betriebe und auch die zugewanderten Menschen", berichtet Willkommenslotsin Shabena Aissa von der Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve. Zu erreichen ist Shabena Aissa unter 0203/2821441 oder aissa@niederrhein.ihk.de

(big)
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