Filialschließungen bei der Bäckerei-Kette Karl

Folgen der Insolvenz : Filialschließungen bei der Bäckerei-Kette Karl

Weiter Gespräche mit Übernahme-Interessenten.

Inzwischen sind Filialen der Bäckerei-Kette Karl geschlossen worden. Nicht immer seien rein wirtschaftliche Gründe dafür ausschlaggebend gewesen, sagt Rechtsanwalt Mark Steh. Mietverträge seien ausgelaufen, Mitarbeiter seien aus dem Unternehmen ausgeschieden. Doch Steh verhehlt nicht, dass es noch zu Einschnitten kommen wird. Er muss es wissen, denn er wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, nachdem Ende März das Insolvenzverfahren über die Bäckerei KH GmbH, die die Bäckerei Karl übernommen und deren Filialen unter dem alten Firmennamen weitergeführt hatte, eröffnet worden war. Damals waren rund 200 Mitarbeiter betroffen, es gab noch 38 Filialen, die in den Kreisen Wesel und Kleve unter dem Namen Bäckerei Karl geführt wurden. Der Unternehmenssitz befindet sich an der Max-Planck-Straße in Hünxe, wo auch die Produktion ansässig ist.

Das vorläufige Insolvenzverfahren läuft weiter. Überzeugt zeigte sich Mark Steh, dass „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht alle Filialen geschlossen werden“ und nicht nur zwei oder drei übrig bleiben würden. „Es ist mir ein großes Anliegen, dass die Beschäftigten ihren Job behalten“, sagte Steh, der Fachanwalt für Insolvenzrecht ist und in der Duisburger Kanzlei Hammes arbeitet. Er führe weiterhin Gespräche mit potenziellen Übernehmern von Karl-Filialen, sagte Mark Steh.

Im März 2018 hatte die Bäckerei KH GmbH die Großbäckerei Karl übernommen. Später geriet das Unternehmen dann selbst in finanzielle Schieflage. Das führte dazu, dass Ende März 2019 das Insolvenzverfahren eröffnet wurde.

Im Jahre 2017, als die Bäckerei Karl zahlungsunfähig geworden war, beschäftigte das Unternehmen etwa 450 Mitarbeiter und betrieb rund 70 Filialen und Backshops. Die Bäckerei Karl selbst ist aus der früheren Bäckerei Siebrecht hervorgegangen. Familie Siebrecht hatte 2009 ihre gesamten Geschäftsanteile an den damaligen Minderheitsgesellschafter verkauft. Der führte das Unternehmen unter dem Namen Siebrecht dann mit neuen Partnern weiter, war selbst Gesellschafter und Geschäftsführer. 2013 musste er Insolvenz anmelden. Damit die Geschäfte der Bäckerei fortgeführt werden konnten, wurde damals im März 2014 eine neue Gesellschaft unter dem Namen Bäckerei Karl GmbH gegründet. Der Geschäftsführer wollte das Unternehmen erfolgreich weiterführen und noch ausbauen. Er hielt es damals sogar für möglich, die Anzahl der Filialen auf 100 zu steigern.

(hsd)
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