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Feuerwehren üben in Dinslaken den Ernstfall an der Bahnstrecke

Theorie und Praxis : Training für den Ernstfall an den Gleisen

Ein Leck am Kesselwagen abdichten, sich richtig orientieren, das Improvisieren lernen: Der Übungszug der Deutschen Bahn hat in Dinslaken Station gemacht. Einsatzkräfte aus Dinslaken und Voerde haben trainiert.

So genannte „Gefahrstoffe“ verwandeln sich in dem Augenblick, in dem sie auf den Transportweg gehen, in so genannte „Gefahrgüter“. Davon gibt es viele, die sehr unterschiedlich gefährlich sind - Kohle beispielsweise ist auch eines. Ein 30 Zentimeter breiter, orangefarbener Streifen auf einem Kesselwagen wiederum signalisiert von weitem: Hier wird Gas transportiert.

Der Übungszug der Deutschen Bahn – genauer, der dazu gehörigen „DB Netze“ – hat in Dinslaken Station gemacht. Rund 100 Mitglieder der Feuerwehren von Dinslaken und Voerde, sowohl Haupt- als auch Ehrenamtliche, sind daran in den vergangenen Tagen geschult worden.

Im praktischen Teil übten sie den Umgang mit einer „Leckage“ an einem Waggon. In den entsprechend präparierten Kesselwagen wird dazu Wasser eingeleitet, das munter heraussprudelt. Die Wehrleute müssen überlegen, wie sie das Fahrzeug erstmal sichern, dann die Flüssigkeit auffangen, und das Leck später abdichten.

In der Übung wird in aller Ruhe beraten und improvisiert – ist ja auch nur Wasser, nichts Schlimmeres. Aber, so Marcel Winter, Sprecher der Deutschen Bahn: „Die Grundregeln sind immer die gleichen.“ „Das ist das Ziel dieser Sache“, ergänzt Andreas Jühlke, Ausbilder bei der Feuerwehr Dinslaken: „Dass wir hier Ideen entwickeln, die wir im Einsatzfall abrufen können.“

 Notfall-Manager Michael Emmert  am Kesselwagen, an dem unterschiedliche Ventile installiert sind.
Notfall-Manager Michael Emmert  am Kesselwagen, an dem unterschiedliche Ventile installiert sind. Foto: Zehrfeld
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Unter den „Schülern“ ist Feuerwehrfrau Heike Borgmann von der Freiwilligen Feuerwehr Hiesfeld. Der Lehrgang ist ihr wichtig, erklärt sie: „Weil immer mehr Schienenverkehr durch Dinslaken und Umgebung fließt und wir immer öfter dazugerufen werden.“ Für den Schutz der Bevölkerung muss man auf Unfälle vorbereitet sein, „und für uns selbst natürlich, zur Eigensicherung. Ist ja auch für uns nicht verkehrt, zu wissen, mit was wir es zu tun haben.“

Vor der praktischen Arbeit gibt’s Theorieunterricht. In einem zum Klassenraum umfunktionierten Waggon lernen die Einsatzkräfte, wie man eine Wagenliste liest, mit welchen Gefahrgütern man es zu tun bekommen kann, wo das am Waggon zu sehen ist und woran man erkennt, ob ein Fahrzeug befüllt oder leer ist.

In, an und auf einem speziell ausgebauten Kesselwagen wird es dann richtig technisch. An dem Waggon sind unterschiedlichste Ventile installiert, die in Deutschland eingesetzt werden. So erfahren die Wehrleute, wie diese Vorrichtungen funktionieren.

Michael Emmert ist der Notfall-Manager der Bahn für die Strecke Emmerich-Oberhausen. Wenn auf diesem Abschnitt etwas passiert, ist er der Ansprechpartner der Feuerwehren. Für ihn dient die Übung daher auch der Kontaktpflege. Und es gebe für Feuerwehren wirklich nicht häufig Gelegenheit, „den Umgang mit Gefahrgut auf der Schiene“ zu trainieren: „Hier kann man das richtig praxisnah sehen.“

„Der Übungszug ist der einzige seiner Art in Deutschland“, erklärt Bahn-Sprecher Marcel Winter. Das Fahrzeug wird daher durch die ganze Republik gefahren, „pro Jahr werden 3500 Leute geschult“. Die Übung in Dinslaken ist in diesem Jahr die einzige auf dem Bahn-Abschnitt Emmerich-Oberhausen. Für die Feuerwehren und die Kommunen entstehen dadurch keine Kosten.