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Voerde: Feuerwache dient als Kleiderkammer

Voerde : Feuerwache dient als Kleiderkammer

Die zuletzt in der ehemaligen Pestalozzischule in Voerde untergebrachte Ausgabestelle ist umgezogen nach Friedrichsfeld. Bürgermeister Dirk Haarmann lobt den Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte.

Obwohl die Flüchtlingszahlen rückläufig sind, benötigen Geflüchtete nach wie vor noch viel Hilfe. Die Kleiderkammer, die Anfang Oktober im ersten Obergeschoss der alten Feuerwache an der Böskenstraße in Friedrichsfeld ihre Türen öffnete, ist auch in dem neuen Gebäude eine zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge aus den Krisengebieten dieser Welt. "Die Ehrenamtler leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration der hiesigen Flüchtlinge", sagte Bürgermeister Dirk Haarmann, der sich mit Fachbereichsleiter Lothar Mertens für das Engagement bedankte.

Zufrieden sind auch die vielen ehrenamtlichen Helferinnen mit dem neuen Ort der Kleiderkammer. "Wir weinen der alten Turnhalle in der Pestalozzischule keine Träne nach", sagt Cornelia Kalisch, die sich seit Jahren engagiert. Neben einer Küche, einem großen Thekenbereich ist in der alten Feuerwache sehr viel Platz zum Stöbern, An- und Ausprobieren. Es waren auch einige Flüchtlinge gekommen. So wie Moussa aus Guinea. "Ich bin froh, dass wir jetzt umgezogen sind mit der Kleiderspende. Hier ist es viel besser", sagte der junge Mann.

Zuvor waren die vielen Ehrenamtler mit der Ausgabestelle in der kalten Turnhalle der ehemaligen Pestalozzischule in Voerde beheimatet. "Das war keine leichte Aufgabe, in der Turnhalle zu arbeiten", gestand auch Bürgermeister Haarmann. Um die neue Kleiderkammer, bei deren Umzug auch Flüchtlinge Kleiderkisten trugen und Wände strichen, feierlich offiziell zu eröffnen und den Helferinnen symbolisch zu danken, lud der der Verwaltungschef Ehreamtliche und Flüchtlinge zu Kaffee und Kuchen ein.

Von den 460 registrierten Flüchtlingen in Voerde nehmen jedoch längst nicht alle das Angebot der Kleiderkammer wahr. "Das liegt vielleicht am Umzug, und die Flüchtlinge müssen jetzt den Bus nehmen, einige kann das davon abhalten, hierhin zu kommen", sagten die Helferinnen.

Dennoch seien günstige, aber gute Kleidungsstücke und vor allem gut erhaltene Haushaltsutensilien immer noch wichtig für die Flüchtlinge. Daher engagieren sich die Frauen zweimal pro Woche in der Flüchtlingsarbeit. Dabei geht es nicht nur um den Verkauf von Kleidung, sondern auch um "Kommunikation" und Kontakt. "Viele fragen nach Rat und wir helfen ihnen sehr gerne. Es sind Beziehungen zu den Flüchtlingen entstanden", sagte Cornelia Kalisch. Insgesamt haben die Helferinnen seit Ostern vergangenen Jahres knapp 15 .000 Kleidungsstücke zu Preisen von 20 Cent bis drei Euro verkauft und somit vielen Flüchtlingen etwas Gutes getan. "Es kamen 3000 Euro zusammen. Das Geld haben wir mit dem Okay der Stadt der Stockumer Schule übergeben, damit Flüchtlinge dort Deutsch lernen", berichtete Kalisch.

(db)