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Neu In Der Stadtbibliothek: Federleichte Gedichte

Neu In Der Stadtbibliothek : Federleichte Gedichte

Der in der Schweiz wohlbekannte Kabarettist und Erzähler Franz Hohler ist in den letzten Jahren zunehmend auch vom deutschen Lesepublikum entdeckt worden. Mit seinem literarischen Thriller "Gleis 4" (2013), der auch den RP-Lesern vorgestellt wurde, schaffte er es sogar auf einen Bestseller-Platz.

Dass Hohler auch ein respektabler Lyriker ist, davon können die rund 50 Gedichte des schmalen Bandes "Alt?" überzeugen. Es sind überwiegend Meditationen über das Alter und den Tod, die allerdings nicht in Melancholie münden, sondern den Blick für das Lebens- und Liebenswerte schärfen. Sie wirken wie mit leichter Hand geschrieben und bestechen durch genaue Beobachtungen, eine lakonische Sprache und eine suggestive Metaphorik.

Hohler geht fast immer von persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen aus, die sich wie von selbst ins Menschlich-Exemplarische ausweiten: "Täuschst du dich/ oder zittert manchmal/ die Hand ein bisschen/ wenn du den Suppenlöffel hältst?" Für den Autor wie für seinen Leser wird dabei immer wieder schlagend deutlich, wie massiv und wie hartnäckig wir unseren eigenen Alterungsprozess verleugnen und die eigene Todesgewissheit verdrängen: "Minutenlang stehe ich da/ mit den ungesohlten Schuhen/ in meiner Plastiktasche/ verständnislos/ als sei mir soeben zum ersten Mal/ mitgeteilt worden/ dass nach dem Leben/ irgendeinmal/ der Tod kommt."

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Ein berührender, ebenso nachdenklich wie vergnüglich zu lesender Gedichtband, der noch in einem lange nachhallt - und der nicht nur den Älter-Gewordenen unter den RP-Lesern empfohlen wird.

DR. RONALD SCHNEIDER

Hohler, Franz: Alt? Gedichte; Luchterhand Literaturverlag: 2017

(RP)