Voerde: FDP: Hindenburgstraße in Voerde nicht umbenennen

Voerde : FDP: Hindenburgstraße in Voerde nicht umbenennen

Hat der ehemalige Reichspräsident Paul von Hindenburg historisch eine zu fragwürdige Rolle gespielt, als dass heutzutage noch Straßen seinen Namen tragen sollten? Dieser Frage gehen die Politiker morgen in der Sitzung des Kultur- und Sportausschusses nach.

SPD, Grüne, WGV und Linke haben die Umbenennung der Voerder Hindenburgstraße (B 8) in Willy-Brandt-Straße beantragt. Die FDP-Fraktion hat gestern eine ablehnende Stellungnahme abgegeben.

Darin hält der Fraktionsvorsitzende Bernhard Benninghoff einleitend fest: "Nachdem 1996 ein bekennender Kommunist in Voerde erfolglos versucht hat, die Umbenennung der Hindenburgstraße auf Voerder Gebiet zu betreiben, versuchen dies nun SPD, Grüne, WGV und Linke erneut und berufen sich dabei auf die Stadt Münster und einen Historiker namens Wolfram Pyta, der die mit dem Namen Hindenburg ausgedrückte Wertschätzung nicht mehr für geboten hält."

Benninghoff räumt zwar ein, dass heute wahrscheinlich niemand mehr auf die Idee komme, eine neue Straße nach Hindenburg zu benennen. Zugleich fragt der Liberale kritisch: "Aber Willy Brandt an seine Stelle? Wer weiß denn, ob in zehn oder 20 Jahren die Person Willy Brandt nicht ebenfalls neu und negativer bewertet wird mit dem Ergebnis, dass dann wieder eine Umbenennung erfolgen soll. Diese Überlegung zeigt die Fragwürdigkeit des Vorhabens."

Die Voerder FDP-Fraktion empfiehlt, das historische Gewachsensein von Kommunen mitsamt ihren Straßennamen zu akzeptieren, anstatt Teile der deutschen Vergangenheit zu löschen. Benninghoff bemerkt giftig: "Symbolpolitik scheint hier fest in linken Händen zu sein. Denen sei gesagt, dass für die Benennung mit linksgrünen Helden doch hinreichend viele Windparks, Gesamtschulen und Krötentunnel zur Verfügung stehen."

Benninghoff weist noch auf eine Empfehlung des Deutschen Städtetages hin. Danach sollten Umbenennungen von Straßen nur noch aus Ordnungsgründen zulässig sein, also etwa, wenn bei einer Gebietsreform in dem nun größeren Gemeinwesen ein Straßenname doppelt erschiene.

Abschließend fragt er: Haben wir in Voerde nicht größere Probleme?

(RP)
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