Dinslaken: FDP-Chef will nicht mehr kandidieren

Dinslaken: FDP-Chef will nicht mehr kandidieren

Als Grund nennt Mirko Perkovic ein "provoziertes Chaos in der FDP". Dafür verantwortlich macht er Gerald Schädlich, der Familienangehörige für die Partei rekrutiere und den Vorstand übernehmen wolle.

Der nächste Ortsparteitag der Dinslakener FDP ist für den 7. Februar angesetzt. An diesem Tag soll ein neuer Vorstand gewählt werden. Allerdings ist fraglich, ob der bisherige liberale Parteivorsitzende, Mirko Perkovic, dann erneut für dieses Amt kandidiert. "Derzeit läuft aus dem Kreis einer alten Garde eine regelrechte Kampagne", so Perkovic. Er wirft dem früheren FDP-Ratsmitglied Gerald Schädlich, der gegenwärtig als sachkundiger Einwohner für die Liberalen in Ausschüssen tätig ist, vor, durch Familienangehörige, die kurz vor dem Ortsparteitag der FDP als Mitglieder beitreten möchten, an Stimmen kommen zu wollen, um so den Vorstand übernehmen zu können. Das will Perkovic nicht einfach hinnehmen. Er kündigte gestern im RP-Gespräch an, "unter solchen Umständen nicht zu kandidieren".

Perkovic, der auch für die FDP im Dinslakener Stadtrat sitzt, wirft Schädlich vor, eine ähnliche Strategie schon beim Wahlparteitag bei der Aufstellung der Reserveliste für die Kommunalwahl 2014 verfolgt zu haben. Damals seien Verwandte von Gerald Schädlich kurze Zeit später wieder aus der FDP ausgetreten, nachdem dieser keinen vorderen Listenplatz erhalten habe. "Wenn Personen austreten und dann wieder den Freien Demokraten beitreten wollen, nur weil gerade Wahlen anstehen, dann tritt man nicht aus freien Stücken unserer liberalen Partei bei, sondern lässt sich als Stimmvieh missbrauchen für den, dem es vermeintlich nützt", so der Dinslakener FDP-Parteichef.

Gegenwärtig lägen zwei Anträge von Mitgliedern der Familie Schädlich auf Aufnahme in die Partei vor, sagte Perkovic. Ob der Aufnahme zugestimmt wird, entscheidet der Vorstand des FDP-Kreisverbandes in seiner Sitzung am 24. Januar. Dies sei gemäß der Landessatzung erforderlich, weil die Aufnahmeanträge von Personen eingereicht worden sind, die vor einiger Zeit in die FDP eingetreten und nach einigen Monaten wieder ausgetreten sind. Kreisverbandsvorsitzender Dr. Michael Terwiesche wollte sich gestern zu dem Fall nicht äußern, da es sich um eine Angelegenheit der Dinslakener FDP handele und der Kreisvorstand erst am 24. Januar entscheide. Kommen die Anträge auf Neuaufnahme durch, dann will Perkovic bei den anstehenden Vorstandswahlen nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidieren, wie er gestern bekräftigte. Von den gegenwärtig 53 FDP-Mitgliedern in Dinslaken zählt Perkovic zehn zum Kreis von Gerald Schädlich.

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Diese Gruppe macht der Parteichef zudem dafür verantwortlich, dass die von ihm angestrebte "weitere, konsequente Verjüngung im Vorstand" nicht umzusetzen sei. Sie wolle vielmehr zurück zu alten Strukturen und eine alte Garde aufstellen. Und auch das will Perkovic nicht mitmachen.

Zudem ärgert er sich über die permanente Kritik, die von diesem Personenkreis an den jüngsten Erfolgen in Dinslaken bei der Landtags- und Bundestagswahl vorgebracht werde. Dabei seien die hier vor Ort erzielten Wahlergebnisse noch nie so gut gewesen wie in seiner Amtszeit als Dinslakener FDP-Parteichef. "So tolle FDP-Ergebnisse hat Dinslaken bislang noch nicht gesehen", sagte Perkovic. Kein Verständnis bringt er für den Umgang mit Ex-Schatzmeister Matthias Stickel auf, dem vorgeworfen werde, "die Rechenschaftsberichte vertuscht zu haben". "An den Anschuldigungen ist natürlich nichts dran", so Perkovic. Er berichtete, dass der Ex-Schatzmeister und er eine neue Fraktionsgeschäftsstelle gefunden und angemietet, das Ledigenheim in Lohberg für die Ausrichtung des FDP-Kreisparteitags in Dinslaken besichtigt und die neue Webseite fdp-dinslaken.de umgestaltet hätten. Perkovic erinnerte daran, dass Schädlich seinerzeit aus der FDP-Fraktion ausgeschlossen worden war, er ihn später zurückgeholt und eingeladen habe, an den Sitzungen der FDP teilzunehmen. Doch nun sorge dieser wieder für Chaos, "auch vermisse ich sachorientierte Einbringungen von Gerald Schädlich", so Perkovic. Gerald Schädlich war gestern - trotz etlicher Versuche - für eine Stellungnahme telefonisch nicht zu erreichen.

(hsd)