Dinslaken: Fantastival ist gut gelaufen

Dinslaken: Fantastival ist gut gelaufen

9500 Besucher erlebten das Fantastival im Burgtheater und im Burginnenhof. Das sind etwas weniger als erwartet. Dennoch ist die Freilicht AG mit dem Ergebnis insgesamt zufrieden.

Viermal war das Burgtheater ausverkauft, zweimal kamen deutlich weniger Zuschauer, als erwartet. Die beiden Auftritte von Dieter Nuhr (jeweils 1900 Besucher), die Musicalnacht (1850) und die Kindertheateraufführung der Burghofbühne (2100) bescherten der Freilicht AG genau die Besucherzahlen, die sie sich erhofft hatte. Liedermacher Claus Hoffmann blieb mit 600 Zuschauern hinter den Erwartungen zurück. Auch von der kubanischen Nacht mit Pasión de Buena Vista hatte sich die Freilicht AG mehr versprochen.

Rund 750 Besucher wollten die Salsa-Show sehen. Für die Jazznacht (270 Besucher) und das Konzert des Fauré-Quartetts (200) bot der Burg-innenhof das richtige Ambiente. Die kulinarische Lesung mit Denis Scheck im Ratssaal gönnte sich nur ein kleiner Kreis von 40 Besuchern. Auch hier hatten die Veranstalter mit mehr Publikum gerechnet.

"Es ist für uns kein überragendes Jahr", sagte Anne Stieve, Geschäftsführerin der Freilicht AG gestern im RP-Gespräch. "Aber das halten wir aus. Das Fantastival ist gut gelaufen. Ich bin sehr zufrieden." Das lag nicht allein am Wetter. Der Auftakt geriet zwar etwas kühl. Aber es blieb trocken. Und das sollte es die ganze Woche hindurch bleiben. Für die Organisation und den Ablauf des Kulturspektakels findet Stieve lobende Worte. "Unser Team an Ehrenamtlichen ist mittlerweile sehr professionell. Da hat alles hervorragend geklappt."

Teilweise "Weltklasse"

Das Programm bewertet die Geschäftsführerin als hochkarätig, teilweise sogar "Weltklasse" (Fauré-Quartett). Besonders gefreut habe sie, dass sogar die Musicalnacht — seit Jahren ein Garant für gute Unterhaltung — ihre Qualität noch einmal habe steigern können. "Es gab viermal Standing Ovations." Dass Claus Hoffmann mit seiner Hommage an "Das süße Leben" mehr Zuschauer verdient hätte, steht für Anne Stieve außer Frage.

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Trotzdem habe sich der Künstler sehr wohl gefühlt. "Er konnte sich von der Spielstätte gar nicht trennen. Es hat ihm so gut gefallen, dass er sich nach dem Konzert ein Tischchen in den Wandelgang gestellt und dort in Ruhe ein Glas Wein getrunken hat."

An der "kulinarischen Lesung" — die in diesem Jahr nachträglich und recht kurzfristig ins Programm genommen wurde — will die Freilicht AG auch in Zukunft festhalten. Sofern sich private Sponsoren finden, könne man damit ein kleines, ausgesuchtes Publikum bedienen. Eine moderierte Show wie "Pasión de Buena Vista" soll es künftig nicht mehr geben. Bei aller Zufriedenheit über das Open-Air-Spektakel gibt es für Anne Stieve Dinge, die beim nächsten Mal besser laufen sollten. Die Stadt müsse ihr Toilettenproblem in den Griff bekommen. Diesmal musste sich das Publikum mit Dixie-Klos begnügen.

Für sehr unglücklich hält Stieve fehlende Terminabsprachen mit anderen Veranstaltern. Die Freilicht AG kritisiert, dass Jörg Springer, Pächter von Kathrin-Türks-Halle und Burgtheater, gleich im Anschluss an das Fantastival Herbert Knebel, Gianna Nannini und die "Simple Minds" ins Burgtheater holt. All diese Veranstaltungen wurden parallel zum Fantastival beworben.

"Damit ist niemandem ein Gefallen getan", sagt Anne Stieve. "Irgendwann ist die Kaufkraft der Menschen erschöpft. Wer sich für über 50 Euro ein Simple-Minds-Ticket holt, kann sich die Fantastival-Karte möglicherweise nicht mehr leisten." Für die Zukunft wünscht sich Anne Stieve eine bessere Koordination der Termine. "Konkurrenz belebt zwar das Geschäft. Man sollte sich aber nicht gegenseitig wehtun."

(RP/rl)