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Dinslaken: Familienhebamme hilft in besonderen Lagen

Dinslaken : Familienhebamme hilft in besonderen Lagen

Kathrin Wehner kümmert sich um Familien in Dinslaken, die Unterstützung brauchen. Von der Schwangerschaft bis zum ersten Geburtstag des Kindes ist sie für sie da.

Damon-Tyler macht große Augen. Auf seiner Spieldecke vergnügt sich der sieben Monate alte Sohn von Kevin Timpanaro und schaut zwischendurch immer wieder zu seinem Vater. Der sitzt gemeinsam mit Familienhebamme Kathrin Wehner auf der Couch. "Er hatte schon eine Familienhebamme, als er noch bei seiner Mutter in einer anderen Stadt lebte", erklärt der 24-Jährige, wie er von dieser Möglichkeit, Hilfe zu bekommen, erfahren hat. Nach der Trennung von seiner früheren Lebensgefährtin kämpfte er vor Gericht darum, dass sein Sohn bei ihm leben darf. Die staatlich examinierte Hebamme mit einer Zusatzqualifikation in so genannten Frühen Hilfen unterstützt den alleinerziehenden Vater. "Es ist gut, eine Person zu haben, die immer Hilfen und Tipps parat hat. So steht man nicht irgendwann hilflos vor Problemen", sagt Kevin Timpanaro.

Der alleinerziehende Vater ist einer von sechs Fällen, um die sich die Familienhebamme kümmert. Das Angebot der Stadt Dinslaken ist dabei freiwillig und kostenfrei. "Die Familien können auf uns zukommen, wenn sie Unterstützung brauchen", erklärt Annette Berger, die sich beim Jugendamt der Stadt um die Koordination für Schutz und Frühe Förderung für Kinder kümmert. "Das Angebot gilt nicht nur für die leiblichen Eltern, sondern auch für alle anderen primären Bezugspersonen des Kindes", erklärt sie weiter.

Der Stadt war es wichtig, die Familienhebamme selbst zu beschäftigen. "Wir haben so den direkten Kontakt mit ihr, und außerdem lassen sich so andere Angebote, die es für Familien in Dinslaken gibt, direkter vermitteln", erklärt Annette Berger. 13 Stunden pro Woche ist Kathrin Wehner jetzt im Einsatz. "Das ist das Stundenkontingent, über das ich frei verfügen kann. Ich versuche das möglichst flexibel zu gestalten", erklärt die Familienhebamme. Dies kann von drei Besuchen pro Woche bei einer Familie gehen, bis hin zu einem Kontakt in der Woche bei den älteren Kindern.

Die Fragen, die Kathrin Wehner dabei begegnen, sind oft ähnlich. "Meistens geht es um Dinge wie die Ernährung des Kindes oder das Stellen von Anträgen", erklärt sie. Dazu kümmert sie sich um die Förderung der Bindung zwischen Kind und Eltern, berät und unterstützt, wo immer ihre Hilfe beim Umgang mit den Kindern gefragt ist. Das geht schon vor der Geburt des Kindes los: Einige der Eltern, die Kathrin Wehner betreut, warten noch auf die Ankunft des Nachwuchses. Spätestens mit dessen ersten Geburtstag endet die Betreuung durch die besonders geschulte Hebamme. "Wenn die Familien danach noch weitere Hilfe brauchen, weise ich auf die anderen Angebote der Stadt hin", sagt sie. Kevin Timpanaro ist jedenfalls zufrieden mit ihrer Hilfe: "Ich würde sie auf jeden Fall weiterempfehlen."

(RP)