Dinslaken Falscher Alarm um Heizung in Kita

Dinslaken · Eltern meldeten sich besorgt in der Kita Heilig Blut und riefen bei der Kirchengemeinde an. Sie boten an, Heizstrahler anzuliefern, und fürchteten, ihre Kleinen müssten frieren. Nur: Das Ganze beruht auf einem Missverständnis.

 Jörg Schmitz von der Gemeinde und Kita-Leiterin Nicole Weiner. Hier muss niemand frieren, beruhigen die beiden.

Jörg Schmitz von der Gemeinde und Kita-Leiterin Nicole Weiner. Hier muss niemand frieren, beruhigen die beiden.

Foto: Zehrfeld

Das Beruhigende gleich vorneweg: Draußen war es Donnerstag kühl, nass und usselig. Drinnen, in der katholischen Kita Heilig Blut an der Hagenstraße, aber nicht. Da spielten die Kinder ganz normal in ihren Gruppenräumen und saßen später friedlich beim Mittagessen, und keines schien zu bibbern.

Die Kita hat seit Anfang der Woche ein Problem mit der Heizungsanlage. Jörg Schmitz von der Katholischen Gemeinde St. Vincentius wurde deshalb durch Anrufe von besorgten Eltern aufgeschreckt: Ob man nicht Heizgeräte besorgen könne? Einige boten an, welche von zu Hause mitzubringen oder bei den Stromkosten zu helfen.

Schmitz war alarmiert: „Bei uns friert kein Kind!“, schildert er seine erste Reaktion. Prompt fing er an, herumzutelefonieren: „Ich habe als erstes mal Heizstrahler reservieren lassen“, erzählt er. Als nächstes habe er den zuständigen Monteur angerufen und gefragt, was da wohl los sei, um sich dann mit der Kita in Verbindung zu setzen. Auch in der RP-Redaktion meldeten sich unterdessen Eltern: Der Heizungsausfall könne wohl zwei oder drei Wochen dauern, hieß es.

Die ganze Aufregung beruht allerdings auf einem Missverständnis. Was da in der Kita ausgefallen ist, ist nicht die Heizungsanlage. Das stand zwar in einer ersten Information an Elternvertreter, die über Whatsapp verbreitet wurde. Darin wurde geraten, die Kinder warm zu kleiden. Tatsächlich ist aber lediglich eine Steuerungs-Einheit kaputt, die dafür sorgt, dass das Heizungssystem je nach Außentemperatur automatisch höher oder tiefer eingestellt wird.

„Das muss jetzt von Hand gemacht werden“, erklärt Jörg Schmitz. „Der Monteur kommt täglich raus und macht das, wenn es nötig ist.“ So lange, bis das Ersatzteil da ist – was tatsächlich zwei bis drei Wochen dauern könnte. Nur, dass es in der Zwischenzeit nicht kalt ist.

„Wir sind da gut betreut“, versichert Nicole Weiner, die Leiterin der Kita. Die Kinder sollten von dem Problem kaum etwas mitbekommen haben, „und wir haben direkt reagiert, damit es auch gar nicht erst dazu kommt, dass die Kinder hier frierend sitzen“. Auch bei ihr kamen Angebote an, Heizgeräte abzuliefern, „aber es war von Anfang an nicht nötig“.

Tatsächlich könne es in den Räumen derzeit vielleicht mal etwas kühler sein als sonst, wenn die Anlage nachjustiert werden müsse. „Aber es ist trotzdem absolut in Ordnung“, so Weiner. Mit der Elterninformation habe man nur dafür Sorge tragen wollen, dass Kinder nicht ausgerechnet jetzt im T-Shirt oder dünnen Strumpfhosen kommen – das könne nämlich sonst schon mal passieren.

Sie kann aber verstehen, wenn Mütter und Väter sich Sorgen machen: „Eltern sind natürlich beunruhigt“, sagt sie. Und in den vergangenen Tagen habe es ab und an verblüffte Reaktionen gegeben: „Ach, es ist doch gar nicht kalt, funktioniert die Heizung doch wieder?“

Auch bei einem echten Heizungsausfall hätte man die Kinder auf keinen Fall frieren lassen, versichern Weiner und Schmitz. „Wir haben das Wohl der Kinder am Herzen, das hat bei uns Priorität“, betont die Kita-Leiterin. Nötigenfalls, so Jörg Schmitz, „wären wir ausgewichen in irgendwelche Pfarrheime - wir haben da genug Möglichkeiten“. Und im allergrößten Notfall hätte man die Familien gebeten, ihre Kleinen zu Hause zu lassen.

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