Voerde: Es bleibt bei Umbenennung der B8

Voerde : Es bleibt bei Umbenennung der B8

Die Hindenburgstraße wird nun also zur Willy-Brandt-Straße. Der Rat unterstützt die bereits beschlossene Namensänderung.

Der Kultur- und Sportausschuss traf im November mehrheitlich die Entscheidung, dass die Hindenburgstraße in Willy-Brandt-Straße umbenannt werden soll. Dagegen lief die CDU-Fraktion Sturm, unterstützt von der FDP, und forderte, dass der Rat sich mit der Thematik befassen und das Votum rückgängig machen soll. SPD, Grüne, WGV und Linke sprachen sich energisch dagegen aus, denn der frühere Reichspräsident Hindenburg dürfe nicht weiter mit einem Straßennamen geehrt werden. In der gestrigen Ratssondersitzung fiel nun die Entscheidung. In der von der CDU geforderten geheimen Abstimmung votierten 23 Stadtverordnete gegen den CDU-Antrag, 19 dafür. Damit bleibt es also dabei, dass die B8 künftig den Namen des früheren sozialdemokratischen Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt tragen wird.

Es war eine außergewöhnliche Ratssitzung, wie Bürgermeister Leonhard Spitzer zu Beginn sagte und dies auf die zahlreichen Zuhörer bezog. Denn viele Anwohner der B 8 und Gegner der Umbenennung waren erschienen, aber auch Befürworter, die auf Umhängeschildern die Namensänderung forderten. Da die vorhandenen Plätze nicht ausreichten, standen viele Einwohner, manche sogar vor dem Ratssaal.

Einige Voerder nutzten ihr Einwohnerfragerecht. FDP-Mitglied Werner Ellenberger ("Ich möchte Hindenburg nicht verteidigen, verteidige aber die Beibehaltung des Straßennamens") kündigte an, dass es zu einem Bürgerentscheid kommen werde, sollte es bei der Umbenennung bleiben. Und er fragte, wie viel ein solcher Bürgerentscheid die Stadt Voerde kosten werde. "40.000 bis 45.000 Euro", antwortete Bürgermeister Spitzer.

Die Fraktionssprecher verdeutlichten nicht nur ihre grundsätzlichen Positionen, sie teilten auch so manchen politischen Seitenhieb aus. Hans-Dieter Langenfurth (CDU) bezeichnete die Umbenennung als "Provinzposse", in der man nicht mitspielen wolle. Wolfgang Scholten (SPD) warf CDU-Ratsherr Georg Schneider und Werner Ellenberger (FDP) vor, mit ihrer Flyeraktion gegen die Umbenennung den fairen Umgang miteinander aufgegeben zu haben. Holger Mrosek (Grüne) urteilte, dass Flyer, bei denen der politische Gegner mit Namen und Adresse genannt werde, dem Stil der NPD entsprächen. Christian Garden (WGV) verlangte die Prüfung der rechtlichen Zulässigkeit "dieser unsäglichen Banner", auf denen Stimmung gegen die Namensänderung gemacht werde. Bernhard Benninghoff (FDP) war gegen die Benennung von Straßen nach Politikern, daher auch gegen Willy-Brandt-Straße. Joachim Kinder (Linke) ließ sich vom Kosten-Argument nicht beeindrucken. Kosten dürften nicht Grundlage einer verantwortungsvollen Politik sein.

(RP)
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